Letztes Update am Sa, 18.05.2019 02:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sudanesisches Militär international zu Rückkehr zum Dialog aufgerufen



Washington/Khartum (APA/AFP) - Vertreter der UNO, der Afrikanischen Union (AU), der EU und der USA haben das Militär im Sudan zur sofortigen Wiederaufnahme von Gesprächen über einen Weg aus der Krise des Landes aufgerufen. Der Dialog zwischen dem derzeit regierenden Militärischen Übergangsrat und der Opposition müsse umgehend wieder aufgenommen werden, erklärte der für Afrika zuständige US-Außenstaatssekretär Tibor Nagy.

Beide Seiten sollten „so bald wie möglich eine Einigung über eine Übergangsregierung erzielen, die wirklich von Zivilisten geführt wird und den Willen des sudanesischen Volkes widerspiegelt“, formulierte Nagy die Forderung der internationalen Vertreter, die am Freitag in Washington über den Sudan berieten, im Onlinedienst Twitter.

Außerdem kritisierte Nagy die „jüngste Gewalt vonseiten der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten“ im Sudan. Der Militärrat müsse friedliche Demonstrationen zulassen und die Verantwortlichen für die Gewalt zur Rechenschaft ziehen. Außer Vertretern von UNO, AU und EU waren auch Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen sowie Äthiopien an den Beratungen in Washington beteiligt.

Die sudanesische Armee hatte vor gut einem Monat den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Bashir nach monatelangen Massenprotesten gestürzt. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde zunächst ein Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der Regierung Bashirs.

Bis Mittwoch sollte eigentlich eine Einigung über eine zivile Übergangsregierung erzielt werden. Am Donnerstag setzte der Militärrat die Gespräche darüber angesichts anhaltender Proteste mit Straßenblockaden jedoch für 72 Stunden aus.

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum kamen am Freitag hunderte Demonstranten der Forderung des Militärrats nach und bauten Straßenblockaden ab. „Wir haben die Ziegelsteine entfernt, aber wenn sie nicht auf unsere Forderungen eingehen, werden wir die Ziegelsteine wieder herbringen“, sagte ein Demonstrant der Nachrichtenagentur AFP im Hinblick auf die Militärs.




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