Letztes Update am Sa, 18.05.2019 11:41

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regierungskrise - Kunasek: „Unbestritten ein Rückschlag“



Graz (APA) - Der steirische FPÖ-Chef und Verteidigungsminister Mario Kunasek enthielt sich am Samstag beim Landesparteitag in Graz entgegen der Erwartungen jeglicher Kritik an der steirischen Landesregierung, obwohl angesichts der Landtagswahl im Frühjahr 2020 Angriffe auf SPÖ und ÖVP erwartbar gewesen wären. „Es ist ein Rückschlag, unbestritten, den wir in den letzten Stunden erfahren durften, mussten“, sagte er.

Er sei zu 100 Prozent überzeugt, dass man die Situation schaffe und weiter reifen werde, auch an den Rückschlägen. Man werde diesen Parteitag in entsprechender und feierlicher ordentlicher Form begehen. Kunasek betonte die Erfolge der vergangenen 15 Jahre angesichts der schwierigen Situation: „Es sind damals Tränen geflossen und es sind heute schon Tränen geflossen.“

Er werde heute nicht die SPÖ-ÖVP-Landesregierung kritisieren und deren Budgetpläne, sagte Kunasek: „Ich sehe mich als Obmann der Landesgruppe als Kommandant des Schiffs, Boots, ich werde unsere Arche aus stürmischen Gewässern heraus wieder in ruhige Fahrwasser bringen.“ Bei Erfolgen und beim Feiern sei es nicht schwer, Chef zu sein. Persönlich betroffen wurde Kunasek, als er eine Begegnung auf dem Parteitag schilderte. Er frage sich, was jemand auf einem Parteitag tue, der ihm aus einigen Metern praktisch mitteile „Na, du warst jetzt Verteidigungsminister.“ Da brandete zum ersten Mal spontaner Applaus auf, als es ums Zusammenhalten ging. Er habe in der Nacht mit vielen telefoniert, sagte Kunasek: „Mit Harald Vilimsky, Norbert Hofer, Herbert Kickl“ - und wieder fiel kein einziges Mal der Name Strache. „Wer kann von sich behaupten, dass er fehlerfrei sei, aber eines tun wir auch nicht, in Selbstgerechtigkeit zu urteilen und aus der Ferne Tipps zu geben“, erklärte der Minister.

„Wir haben noch viel vor, unsere Reise ist nicht beendet, nicht um 12.00 Uhr und nicht morgen. Wir brauchen Durchhaltefähigkeit“, wurde Kunasek militärisch. Man solle sich ruhig ärgern, auch die eine oder andere Träne wegdrücken, wie er es getan habe, aber man lasse sich nicht zerstören, was man 15 Jahre aufgebaut habe. Er wünsche sich, dass man gestärkt aus dem Parteitag hervorgehe. Er bitte nicht um hundert Prozent Unterstützung bei der Wahl zum Landesvorsitzenden, aber je gestärkter die Führungsmannschaft und er und alle, die zur Wahl stünden, aus der Kür hervorgingen, desto stärker sei das Signal nach außen. Man stelle in der Steiermark den Führungsanspruch: „Wir sind eine großartige Gesinnungsgemeinschaft und gemeinsam können wir alles schaffen“, schaffte Kunasek es, die Delegierten zu einer kurzen Standing Ovation zu bewegen.

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