Letztes Update am Sa, 18.05.2019 15:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Regierungskrise - Tschürtz: Habe von Gesprächen nichts gewusst



Eisenstadt (APA) - Burgenlands Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz hatte wie FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache 2017 auf Ibiza geurlaubt. Er sei „sechs-, siebenmal“ im Urlaub auf der Baleareninsel gewesen mit einem Freundeskreis, sagte Tschürtz am Samstag in Eisenstadt. Zum Inhalt des Videos meinte er: „Nein, wir haben uns am Strand getroffen, aber von irgendwelchen Gesprächen habe ich nichts gewusst.“

Im Hinblick auf die Regierungskrise auf Bundesebene hob Tschürtz die rot-blaue Zusammenarbeit im Burgenland hervor. „Man wird sehen, wie es am Montag aussieht“, gab er sich abwartend zum von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) angekündigten Koalitionsausschuss.

Das Statement des inzwischen zurückgetretenen Vizekanzlers Heinz Christian Strache (FPÖ) habe ihn „tief bewegt“, sagte Tschürtz: „Es ist mit Menschlichkeit verbunden, mit Ehrlichkeit, er hat auch gesagt, das war a b‘soffene G‘schicht. So viel Menschlichkeit muss man auch einmal zeigen, ehrlich sein und das hat mich inspiriert.“

„Man hat ja auch erkennen können, was da gelaufen ist“, meinte der FPÖ-Landesparteiobmann: „Das war ja nicht einfach irgendwie von heute auf morgen, sondern es war lange vorbereitet.“ Angesprochen auf das Ibiza-Video, sagte Tschürtz: „Das wissen wir, dass das nicht ok ist. Es war jeder etwas schockiert, aber jetzt hat sich natürlich das so ergeben. Und ich glaube auch, dass die Freiheitliche Partei jetzt eine Riesenchance bekommt, sich zu beweisen in den nächsten Monaten und man wird sehen, wie es ausgeht.“

Dass in dem Video auch über eine mögliche Übernahme der „Kronen Zeitung“ durch die russische Gesprächspartnerin geredet worden sei, sei „wie er (Strache, Anm.) selbst gesagt hat, eine b‘soffene G‘schicht“, meinte Tschürtz: „Ich glaube, dass das auch nicht so derartig negativ ist. Denn jeder weiß natürlich, wenn man in der Kronen Zeitung gut etabliert ist und gut vorkommt, dass das sehr positiv ist.“ Dass es im Burgenland illegale Spenden über Vereine gegeben habe, schließe er „absolut aus,“ sagte der Landeshauptmannstellvertreter.

Interessant sei, wie die Bevölkerung nun reagieren werde, meinte Tschürtz: „Denn Faktum ist natürlich, dass die Arbeit der Freiheitlichen Partei in der Bundesregierung erstklassig war, dass die Arbeit der Freiheitlichen Partei in der Landesregierung vorzüglich ist - also ohne Streit, es geht immer etwas weiter, wir sind lösungsorientiert, wir arbeiten.“

„Und jetzt wird man sehen, ob ein Fall, wie er jetzt war, dazu beiträgt, ob man negativ bewertet oder positiv bewertet“, so der Landehauptmannstellvertreter: „Ich glaube, dass Heinz Christian Strache mit seinem Rücktritt bewiesen hat, dass er Kraft hat und Menschlichkeit und das könnte sich sogar auch gar nicht so negativ auswirken.“

Wie es mit der rot-blauen Koalition im Burgenland weitergehe, hänge auch davon ab, ob es Neuwahlen im Bund gebe. „Da ist noch viel natürlich, das man bewerten muss.“

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