Letztes Update am So, 19.05.2019 08:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bürgermeisterwahl in Serben-Gemeinden im Nordkosovo begonnen



Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - In den mehrheitlich von Serben bewohnten Gemeinden des Nordkosovo sind am Sonntag Bürgermeisterwahlen angelaufen. Die Wahlen wurden ausgeschrieben, nachdem die vier Bürgermeister - alle Vertreter der „Serbischen Liste“ - im November zurückgetreten waren.

Grund war der Beschluss der kosovarischen Regierung, im Streit mit Belgrad drastische Zölle für Waren aus Serbien einzuführen. Um die Bürgermeisterposten in den vier Gemeinden Nord-Mitrovica, Zvecan, Leposavic und Zubin Potok bewerben sich neben der Belgrad-treuen „Serbischen Liste“ auch Vertreter der auf gesamtstaatlicher Ebene im Kosovo regierenden Demokratischen Partei (PDK) sowie der oppositionellen, ultranationalistischen Bewegung Vetevendosje (Selbstbestimmung).

Die Serben stellen im Nordkosovo die Bevölkerungsmehrheit, während im gesamten Kosovo zu 90 Prozent ethnische Albaner leben. Die serbische Führung rief die Kosovo-Serben dazu auf, möglichst zahlreich zur Abstimmung zu gehen, damit die Kommunalverwaltungen in den Händen ethnischer Serben bleiben.

Der Kosovo war früher eine serbische Provinz. Nach Krieg und Jahren unter UNO-Verwaltung erklärte sich der Kosovo 2008 nach gescheiterten Verhandlungen mit Belgrad über seinen künftigen Status für unabhängig. Serbien erkennt diese Unabhängigkeit offiziell nicht an und torpediert mit Unterstützung des verbündeten Russland die Aufnahme des von mehr als 100 Staaten anerkannten Kosovo in internationale Organisationen wie der UNO oder der Internpol. Ein von der EU vermittelter Dialog, der zu einer Normalisierung zwischen Serbien und dem Kosovo führen soll, wurde auf Eis gelegt.

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Marko Djuric, Leiter des serbischen Regierungsbüros für den Kosovo, beklagte, er sei daran gehindert worden, am heutigen Sonntag den Nordkosovo zu besuchen. Sein diesbezüglicher Antrag sei nicht mit den geltenden Vereinbarungen konform gewesen, hätten die kosovarischen Behörden ihre Ablehnung am Samstag begründet.




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