Letztes Update am Di, 21.05.2019 13:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Menschenrechtler werfen Syrien willkürliche Verhaftungen vor



Damaskus (APA/dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den syrischen Geheimdiensten vorgeworfen, Aktivisten in zurückeroberten Gebieten willkürlich verhaftet und schikaniert zu haben. Obwohl in vielen Teilen Syriens nicht mehr gekämpft werde, habe sich der Umgang der Geheimdienste mit Regierungsgegnern nicht verändert, sagte Lama Fakih, Nahostdirektorin von Human Rights Watch, am Dienstag.

Die meisten der Verhafteten seien nie angeklagt worden. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte in einem neuen Bericht elf Fälle von willkürlichen Verhaftungen in Daraa, Ost-Ghouta und Süd-Damaskus, nachdem Regierungstruppen zwischen Februar und August vergangenen Jahres die Kontrolle über diese Gebiete zurückerobert hatten. Unter den Verhafteten seien Oppositionsführer, Aktivisten und Hilfskräfte gewesen. Der Umgang der syrischen Sicherheitsbehörden mit politischen Aktivisten und Gefangenen wird immer wieder international scharf kritisiert. Die Regierung in Damaskus dementierte stets solch organisierte Verhaftungen.

In der vergangenen Woche berichtete die „New York Times“ mit Verweis auf interne Geheimdienstpapiere von systematischen Folterungen in den syrischen Gefängnissen. Das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR) berichtete für 2018 von einem Rekord an unrechtmäßigen Verhaftungen und sprach von mehr als 7.700 Fällen. Seit Beginn des Krieges vor acht Jahren seien zudem fast 14.000 Menschen durch Folter des syrischen Regimes gestorben, so der Vorwurf der Menschenrechtsorganisation.

~ WEB http://www.hrw.org/ ~ APA336 2019-05-21/13:21

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