Letztes Update am Mi, 22.05.2019 13:27

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Kenianischer Autor und Aktivist Binyavanga Wainaina gestorben



Nairobi (APA/dpa) - Der kenianische Schriftsteller und Homosexuellen-Aktivist Binyavanga Wainaina ist am Dienstagabend im Alter von 48 Jahren gestorben. Der Autor ist vor allem für sein satirisches Essay „How To Write About Africa“ („Wie man über Afrika schreibt“) bekannt, in dem er klischeehafte Erzählungen über den Kontinent kritisierte. Die Todesursache war zunächst unklar.

Wainaina war ein bekannter Aktivist für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Menschen. Als eine der ersten bekannten Persönlichkeiten in Kenia machte er seine Homosexualität öffentlich. „Er hat die Diskussion über Homosexualität in Kenia vorangetrieben“, so Tom Maliti, Vorsitzender des von Wainaina gegründeten Kwani Trusts. „Auf eine fast selbstverständliche Art und Weise sorgte er dafür, dass es in Ordnung ist, offen darüber zu sein, wer man ist.“ In Kenia, wie in den meisten Ländern Afrikas, sind gleichgeschlechtliche Handlungen verboten. Ein Gericht soll am Freitag darüber entscheiden, ob das Verbot gekippt wird.

Für seinen Aktivismus würdigte ihn das „Time Magazine“ 2014 als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens. Indem er sich in Afrika zu seiner Homosexualität bekannte, habe Wainaina diese „entmystifiziert und vermenschlicht“, schrieb die nigerianische Autorin Ngozi Chimamanda Adichie. Am Welt-Aids-Tag 2016 hatte Wainaina getwittert, „ich bin HIV-positiv und glücklich“.

Wainaina war unter anderem Träger des Caine Prize for African Writing. Sein erstes Buch waren seine Memoiren „One Day I Will Write About This Place“ („Eines Tages werde ich über diesen Ort schreiben“). Er gründete auch das Literaturmagazin „Kwani?“, das Werke junger Schriftsteller Afrikas veröffentlicht.




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