Letztes Update am Do, 23.05.2019 10:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zeitung: Serbien verzichtet auf Schiedsverfahren gegen Kosovo



Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Serbien verzichtet laut Medienberichten vom Donnerstag auf ein Schiedsverfahren gegen den Kosovo. Dieses war von der serbischen Regierung in Aussicht gestellt worden, nachdem der jüngste Staat Europas im November drastische Zölle für Waren aus Serbien eingeführt hatte. Die serbische Wirtschaft erlitt dadurch laut offiziellen Angaben bis Ende April einen Verlust von rund 150 Mio. Euro.

Wie die regierungsnahe serbische Tageszeitung „Vecernje novosti“ (Donnerstagsausgabe) berichtete, verzichtet die Regierung in Belgrad auf das Schiedsverfahren gegen Prishtina wegen der Verletzung des regionalen Freihandelsabkommen CEFTA, weil die Beschwerde direkt an die Republik Kosovo gerichtet werden müsste. Dies könnte aber als deren Anerkennung als unabhängiger Staat gedeutet werden - was Serbien jedenfalls vermeiden will. Serbien lehnt es nach wie vor ab, die im Februar 2008 ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo, seiner einstigen Provinz, anzuerkennen.

Laut dem Blatt erwägt die serbischen Regierung derzeit andere Maßnahmen gegen den Kosovo. Als eine der möglichen Schritte wurde ein Stopp für die kosovarischen Lkws mit Waren für die EU-Staaten genannt. Allerdings würde sich Serbien dadurch selbst der Gefahr aussetzen, wegen der Verletzung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der EU in Bedrängnis zu kommen.




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