Letztes Update am Di, 28.05.2019 13:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kulturjahr Ukraine/Österreich: Veranstaltungsreigen zum Kennenlernen



Wien (APA) - Seit Jänner schon läuft das Kulturjahr zwischen der Ukraine und Österreich. Nach zahlreichen Veranstaltungen in den vergangenen Monaten, erreicht der Austauschreigen nun einen Höhepunkt: Am Mittwoch ist im Wiener Radiokulturhaus ein länderübergreifender Konzertabend des RSO unter Leitung von Duncan Ward angesetzt.

Am Programm im Großen Sendesaal stehen Kompositionen aus drei Epochen: Schuberts „Unvollendete“ und Borys Ljatoschynskyjs „Dritte Symphonie“, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Und letztlich wird mit „Movimenti“ ein Violinkonzert des zeitgenössischen Kärntner Komponisten Gerd Kühr gespielt, wofür sich der ukrainische Solist Andrii Pavlov dem RSO beigesellt.

Das Konzert ist aber nur eines von gut 200 Projekten, die auf ukrainischer respektive österreichischer Seite im Rahmen des Jahres organisiert wurden. „Das ist ein bis dato ungekanntes Kulturvorhaben für beide Länder“, freute sich Volodymyr Sheiko, Direktor der Ukrainian Instituts, am Dienstag vor Journalisten.

Variantenreich ist dabei das Spektrum der programmierten Veranstaltungen. So ist etwa im September eine große Ausstellung zur ukrainischen Kunst im Semperdepot geplant, während es bei der Viennale eine Auswahl ukrainischer Filme geben wird. Mit dem Filmarchiv wird man im November eine Schau organisieren, mit dem Filmmuseum im Dezember. An der Vienna Fashion Week nimmt man ebenso teil wie an der Buchmesse Wien, und im Stephansdom wird es im November einen Abend mit geistlicher Musik aus der Ukraine geben.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Eine der ideellen Kulturbotschafterinnen ist dabei die Grazer Chefdirigentin Oksana Lyniv, die für eines der zentralen Projekte am 4. August verantwortlich zeichnet. In ihrer und Joseph Roths Geburtsstadt Brody wird dann des Autors erinnert: „Ich habe ein Gedenkkonzert an der Ruine der Synagoge von Brody initiiert, an dem sich 200 Künstler beteiligen.“ Dazu zählt etwa Sunnyi Melles. Unter anderem wird Leonard Bernsteins 3. Symphonie gespielt. „Das Konzert ist für uns ein sehr starkes Symbol“, betonte die Dirigentin.

„Wir müssen uns noch besser kennenlernen“, betonte Teresa Indjein, im Außenministerium für die Kulturellen Auslandsbeziehungen zuständig. Dazu soll nicht zuletzt eine gemeinsame Historikerkommission mit Wissenschaftern aus beiden Seiten dienen, die im Herbst in Wien eine Konferenz zur Geschichte beider Länder während des Weltkrieges abhält.

Und dann gibt es die kleinen Vorhaben, wie der erste Audioguide im Ausland in ukrainischer Sprache, der im Belvedere zur Verfügung gestellt wird. „Das bedeutet unglaublich viel für uns“, freute sich der ukrainische Botschafter Oleksandr Scherba. Das Jahr endet dann im Dezember mit einer Konferenz unter dem Titel „Zwischen Kiew und Wien“ in der Bundeshauptstadt.

Ereignisreich gestaltet sich mithin das Jahr für Ulf Hausbrandt als Chef des österreichischen Kulturforums in Kiew, der erst seit Jänner im Amt ist. So waren 95 Prozent des Kulturbudgets bereits im März aufgebracht. „Das hat mir einige schlaflose Nächte bereitet“, amüsierte sich der Kulturdiplomat. Selbstredend seien die konkreten Veranstaltungen wie eine Architekturausstellung in Lemberg, ein Opernlabor mit der Nova Opera in Kiew oder ein Übersetzungsprojekt zeitgenössischer österreichischer Literatur für sich genommen wichtig. „Unser wichtiges Ziel ist aber, neue Netzwerke zu schaffen. Wir wollen Freundschaften begründen.“

(S E R V I C E - http://austriaukraine2019.com/de)




Kommentieren