Letztes Update am Di, 28.05.2019 13:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen zu Mittag überwiegend im Minus, Italien im Fokus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Dienstag im Verlauf mehrheitlich mit Verlusten gezeigt. Neben negativen Futures auf US-Indizes belasteten die Entwicklungen im Schuldenstreit zwischen der EU und Italien den Handel. Konjunkturdaten dürften dagegen weniger ins Gewicht fallen.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 0,50 Prozent auf 3.347,19 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.40 Uhr mit 12.046,00 Punkten und minus 0,21 Prozent. Der französische CAC-40 zeigte sich mit Abschlägen von 0,42 Prozent bei 5.313,81 Stellen. Der italienische FTSE-MIB fiel um 0,76 Prozent auf 20.209,10 Einheiten.

Als ein Hauptbelastungspunkt dürfte die Schuldenfrage in Italien gewesen sein. Zuletzt war bekannt geworden, dass kommende Woche die EU-Kommission ihr Strafverfahren gegen das Land kommende Woche einleiten dürfte.

„Ich hoffe, dass uns niemand Briefe schickt. Die Verschuldung wächst seit Jahrzehnten, nicht wegen unserer Regierung“, verteidigte sich indes der Chef der rechtspopulistischen Lega und Vizepremier Matteo Salvini in einem Interview des Radiosenders RTL.

„Sollten die Anleger das Vertrauen in Italien verlieren, wird es an den Börsen ungemütlich“, erläuterte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners die Thematik. Italien sei zu groß für einen Rettungsschirm und könnte im Alleingang eine neue Eurokrise auslösen.

Unter Druck zeigten sich deswegen italienische Bankenwerte. Die Aktien der Finecobank sackten um 3,45 Prozent ab, Intesa Sanpaolo verloren 1,89 Prozent und UniCredit 1,97 Prozent.

Aber auch nicht-italienische Bankentitel verbuchten Verluste. So sackte das Papier der Societe Generale mit minus 1,89 Prozent an das Index-Ende des Euro-Stoxx-50.

Ebenfalls im Blickfeld standen die Anteilsscheine der Fluglinie SAS. Die skandinavische Fluggesellschaft verzeichnete aufgrund tagelangen Streiks im Tarifdisput mit den Piloten-Gewerkschaften höhere Verluste. Im zweiten Geschäftsquartal fiel der Vorsteuerverlust mit 1,22 Mrd. schwedischen Kronen mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahreszeitraum. Die Aktien brachen um 9,08 Prozent ein.

Mit Bezug auf die am Vortag in den Raum gestellte Fusion zwischen Renault (plus 1,91 Prozent) und FiatChrysler (plus 0,81 Prozent), hatte sich bereits vorbörslich die französische Regierung zu Wort gemeldet. Sie bestehe bei der geplanten Fusion von Renault mit dem italienisch-amerikanischen Autobauer auf Arbeitsplatzgarantien, war bekannt geworden.

Diesseits des Atlantiks zeigte sich unter den wichtigsten Börsenbarometern dagegen der britische FTSE-100 in London leicht im Plus. Er gewann 0,10 Prozent und steht nun bei 7.284,72 Stellen.

Gestützt hatten den britischen Aktienindex hauptsächlich schwergewichtete Rohstoffwerte. Rio Tinto, Fresnillo, Antofagasta und BHP Billiton gewannen zuletzt jeweils mehr als zwei Prozent. An die Spitze des „Footsie“ setzten sich NMC Healthcare mit plus 3,53 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA306 2019-05-28/13:47




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