Letztes Update am Di, 28.05.2019 14:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vienna Biennale for Change - Die Ausstellungen



Wien (APA) - Insgesamt neun Ausstellungen versammelt die Vienna Biennale for Change in den kommenden vier Monaten. Im Folgenden ein Überblick:

UNCANNY VALUES - Künstliche Intelligenz und Du, MAK-Ausstellungshalle

Maschinen, die selbst denken, lernen, handeln und kommunizieren können: 18 multimediale Installationen bilden in den MAK-Ausstellungshallen einen Parcours durch mögliche und historische Anwendungsfelder Künstlicher Intelligenz. Eine DNA-Analyse von Whistleblowerin Chelsea Manning mündet in 30 mögliche Chelsea-Gesichter, eine Live-Installation errechnet Vorschläge zur Landschaftsgestaltung des Planeten, Kryptowährungs-Maschinen spielen Brettspiele, Sprachassistenten aus den 1960er Jahren führen psychotherapeutische Gespräche. Den Machern war es wichtig, auf einen „starken Wissensvermittlungskern“ zu setzen“, so Kurator Paul Feigelfeld.

HYSTERICAL MINING, Kunsthalle Wien

Die Gruppenausstellung zum Thema Cyberfeminismus findet an beiden Standorten der Kunsthalle - Museumsquartier und Karlsplatz - statt und hinterfragt, wie sehr Technologie und Digitalisierung Geschlechterklischees reproduzieren, statt emanzipatorisch zu wirken. Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, aber auch Hautfarbe, sexueller Orientierung oder Sprache sei nicht selten in die Algorithmen eingeschrieben, die die digitale Welt beherrschen und führen dadurch zur Vertiefung von Ungleichheit. 16 Künstlerinnen versammelt die Ausstellung, sie nehmen allerdings keine technologiefeindliche Position ein, so Ko-Kuratorin Anne Faucheret. Stattdessen „hacken und verqueeren“ sie den ideologischen Nährboden von Technologie.

MAK DESIGN LAB

Im Rahmen der Vienna Biennale wurde auch das Design-Labor im Keller des MAK neu aufgestellt. Design als Motor des Wandels will die Hands-On-Ausstellung, die auch von zahlreichen Schulklassen besucht wird, vermitteln. Themen sind dabei nicht nur Design als „Haltung“, sondern auch Fragen wie digitales Lernen, alte und neue Materialien oder der verantwortungsvolle Umgang mit Daten. Für die Dauer der Biennale ist auch die Ausstellung „KLIMAWANDEL! Vom Massenkonsum zur nachhaltigen Qualitätsgesellschaft“ in den Räumlichkeiten des Design Lab zu sehen. Das Wiener Designstudio EOOS hat dabei in Kooperation mit dem Umweltministerium nachhaltige, utopische Prototypen entworfen - zwischen Kühlschrank und solarbetriebenem Auto.

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FUTURE FACTORY - Urbane Produktion neu denken, MAK Galerie und Galerie Die Schöne am Gelände der Ottakringer Brauerei

Zwei Drittel aller Menschen werden 2050 in Städten leben - welche Auswirkungen das auch für das Zusammendenken von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Produktion hat, untersucht die Schau, die eine Zusammenarbeit von MAK, Wirtschaftsagentur Wien und Ottakringer ist. Weil Orte heute oft eindimensional genutzt werden und die Produktion der Dinge des täglichen Lebens in weite Ferne gerückt ist, „haben wir keinen Bezug mehr zu den, was wir brauchen“, so Kurator Erwin K. Bauer. Die Zukunft liege in der urbanen Produktion und der gemischten Nutzung von Stadtorten.

SPACE AND EXPERIENCE - Architektur für ein besseres Leben, MAK-Kunstblättersaal und Säulenhalle

Zehn Architekturbüros haben sich in 23 Projekten an der hauptsächlich durch Fotos vermittelten Ausstellung beteiligt, um sich an vorher definierten Qualitätsmerkmalen einer partizipativen, ökologischen und inklusiven Architektur der Zukunft abzuarbeiten.

CHANGE WAS OUR ONLY CHANCE, AIL - Angewandte Innovation Laboratory am Franz-Josefs-Kai

Das KünstlerInnenkollektiv Time‘s Up hat hier eine „begehbare Erzählung“ eingerichtet, eine dystopische Kleinstadt des Jahres 2047. In der schummrigen „Medusa Bar“ werden Algenburger serviert, man schläft in Kapsel-Hotelzimmern und hat im Zuge der Klimakatastrophe soziale Ungleichheiten besiegt. Im Keller befindet sich mit dem „Noise Aquarium“ eine immersive Installation, bei der Teilnehmer in eine virtuelle Mikro-Unterwasserwelt einsteigen und im Zwiegespräch mit einem Pantoffeltierchen um das Gleichgewicht ringen können.

HUMAN BY DESIGN, Slovak Design Center, Bratislava

Erstmals beteiligt sich auch das Slovak Design Center in Bratislava an der Vienna Biennale. Thema der dortigen Schau sind „Untersuchungen sozialer und methodologischer Innovationen im Design“. Parallel dazu zeigt das MAK FORUM die gemeinsam entwickelte Ausstellung „Human by Machine“, ein Zusammenarbeit von Studierenden der Angewandten in Wien mit Studierenden der Academy of Fine Arts and Design in Bratislava.

(S E R V I C E - www.viennabiennale.org)




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