Letztes Update am Di, 28.05.2019 16:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran sieht aktuell keinen Bedarf für Vermittlung mit USA



Teheran (APA/AFP) - Der Iran sieht aktuell keinen Bedarf für Vermittlung im Konflikt mit den USA und erwartet keine militärische Konfrontation. Außenamtssprecher Abbas Mousavi sagte am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Teheran, die Islamische Republik „glaubt derzeit nicht“ an Vermittlung. Die Regierung in Teheran halte eine Konfrontation auch nicht für wahrscheinlich.

Entsprechende Sorgen seien „von anderen geschaffen“ worden, sagte Mousavi.

Mehrere Staaten hatten sich angesichts der erhöhten Spannungen zwischen Teheran und Washington zuletzt um Vermittlung bemüht. Die deutsche Regierung schickte am vergangenen Donnerstag einen hohen Diplomaten nach Teheran, um über Wege zur Bewahrung des internationalen Atomabkommens von 2015 zu reden. Auch der Oman und der Irak schalteten sich als Vermittler ein. Japan und die Schweiz boten ebenfalls ihre Dienste an.

Mousavi sagte nun, der Iran „hört sich die Ansichten von Ländern an“, die sich als Vermittler angeboten haben. Er habe aber keine „spezielle Botschaft“ erhalten. Angesichts des Aufrufs von US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen bekräftigte Mousavi die Haltung der iranischen Führung, dass es keine Verhandlungen mit den USA geben werde. Seit Trumps einseitiger Aufkündigung des Atomabkommens vor einem Jahr lehnt Teheran Gespräche ab.

Mousavi warnte zudem, dass der Iran „mit Entschlossenheit weitere Schritte ergreifen“ werde, sollten die verbliebenen Vertragspartner ihm bei Handelsfragen nicht entgegenkommen. Teheran hatte am Jahrestag von Trumps Ausstieg aus dem Abkommen Anfang Mai erklärt, bestimmte Bestimmungen nicht mehr einzuhalten. Die USA hatten zuvor den Druck auf Teheran weiter verstärkt und ihre Militärpräsenz in der Nachbarschaft des Iran ausgebaut.




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