Letztes Update am Di, 28.05.2019 16:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Neo-LASK-Coach Ismael will Glasners Weg weiterführen



Mondsee (APA) - Valerien Ismael will beim LASK den Weg von Oliver Glasner fortführen. Handelten sich die Linzer vor vier Jahren eine Absage des Franzosen ein, soll der ehemalige Bremen- und Bayern-Profi die Athletiker nun in der Erfolgsspur halten. „Ich fange nicht bei null an, sondern bei 70 bis 80 Prozent“, sagte Ismael bei seiner Vorstellung in Mondsee am Dienstag. Er will aber auch seine Note einbringen.

Am Vortag als Nachfolger des zu Wolfsburg gehenden Glasner präsentiert, gab sich Ismael bei seinem ersten Presseauftritt als LASK-Experte. „Ich kenne die Mannschaft auswendig. Da ich in der Nähe von München wohne, habe ich den LASK oft gesehen, habe ihn immer verfolgt, da ich auch Kontakt hatte“, berichtete der 43-jährige Elsässer. Der nunmehrige Vizepräsident Jürgen Werner kennt den Ex-Profi bereits seit längerem.

Nachdem Ismaels Verpflichtung als LASK-Trainer im Sommer 2015 gescheitert war, übernahm in der Folge Glasner den damaligen Zweitligisten. Den nunmehrigen Starter in der Qualifikation zur Champions League übernahm der Franzose nun. Bei den Oberösterreichern erhielt er einen Dreijahresvertrag und schlüpft in dieselbe Rolle als Trainer und Sportdirektor in Personalunion, die Glasner innehatte. „Er soll sportlich das Sagen haben. Wir werden ihm keine Spieler aufs Auge drücken, die er nicht will“, meinte Werner dazu.

Sich selbst beschrieb Ismael, der auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, als „offenen und kommunikativen“ Trainer. „Kumpeltyp“ sei er jedoch keiner. In Einzelgesprächen wolle er nun die Spieler besser kennenlernen. Trainingsstart ist am 15. Juni. „Wir haben eine super Grundlage, aber das werden wir weiterentwickeln“, sagte Ismael, der zuletzt im Sommer 2018 für nur zwei Monate den griechischen Erstligisten Apollon Smyrnis betreut hatte. An der Spielphilosophie und dem auch von ihm bevorzugten 3-4-3-System werde er festhalten. Die Mannschaft müsse in Zukunft aber auch flexibler agieren. „Denn jeder weiß jetzt, wie der LASK spielt“, erklärte Ismael, der das Spiel in Ballbesitz verbessern will.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Der zweifache deutsche Double-Gewinner (Werder Bremen, Bayern München) wird beim Vizemeister freilich auch an den Ergebnissen gemessen werden. Unter Glasner lieferten die Linzer eine der erfolgreichsten Saisonen der Clubgeschichte ab. Der Vizemeistertitel wird 2019/20 nur schwer zu toppen sein. Druck will man laut Siegmund Gruber keinen aufbauen. „Natürlich wollen wir immer gewinnen. Aber wir orientieren uns immer an der Leistung und wenn wir sehen, dass das positiv ist, hat er jede Zeit der Welt“, betonte der Club-Präsident.

Um noch professioneller aufgestellt zu sein, wird Ismael von einem vierköpfigen Betreuerteam unterstützt. Ein Videoanalyst ist mit dem Deutschen Daniel Nister bereits gefunden. Kommen sollen noch ein zweiter Assistent, ein Fitness- und ein Torhütercoach.

Auch auf dem Spielersektor will der LASK aufrüsten. Sollte Chelsea am Mittwochabend im Europa-League-Finale gegen Arsenal siegen, werden die Linzer zumindest in der Gruppenphase der Europa League antreten. Laut Ismael müsse man sich dann „zwangsläufig breiter aufstellen“. Unter Glasner wurde beim LASK wenig rotiert, bei einer Doppelbelastung in Liga und Europacup wäre dies aber wohl notwendig.

Abgänge will man beim Vizemeister möglichst vermeiden. Joao Victor folgte Glasner zu Wolfsburg, an Maximilian Ullmann und Thomas Goiginger sollen Hertha BSC und Southampton Interesse bekundet haben. Laut Werner liege aber kein konkretes Angebot vor. Schwach werden würde der LASK ohnehin nur bei guten Angeboten aus den fünf großen europäischen Fußballländern, sagte der ehemalige Spielerberater. „Wir sind in ein Gehaltsniveau und ein sportliches Niveau gekommen, dass wir die Jungs nicht mehr in die 2. deutsche Bundesliga oder Konkurrenten im Inland verlieren.“




Kommentieren