Letztes Update am Di, 28.05.2019 18:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt etwas schwächer



Zürich (APA/dpa-AFX) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag leicht nachgegeben. Wegen der zahlreichen politischen Unsicherheiten hätten sich die Anleger an die Seitenlinien zurückgezogen, sagten Händler. Nach überraschenden US-Konjunkturzahlen konnten die Aktien einen Teil ihrer frühen Kursverluste aber eingrenzen. Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Mai stärker als erwartet aufgehellt und den höchsten Wert seit November 2018 erreicht.

Die Märkte stehen laut Händlern weiterhin unter dem Einfluss der Weltpolitik. Themen wie der Brexit, die Beziehungen der EU zu Italien, der US-chinesische Handelsstreit und die Spannungen zwischen den USA und Iran beschäftigten die Anleger und beeinflussten ihre Stimmung. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag erklärt, dass Washington derzeit nicht bereit sei, einen Deal mit Peking zu schließen, dass er aber in der Zukunft einen erwarte. Gleichzeitig stellte er während seines Staatsbesuches in Japan wichtige Einigungen in Aussicht.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss um 0,33 Prozent tiefer mit 9.680,87 Punkten. Zeitweise war der Leitindex bis auf 9.643 Zähler gefallen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,13 Prozent auf 1.485,35 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30 Prozent auf 11.710,90 Zähler.

Der Handel sei richtungslos verlaufen, hieß es am Markt. In allen Sektoren gab es laut Börsianern höhere und tiefere Kurse. An der Spitze der Verlierer unter den Standardwerten standen die Genussscheine von Roche (-1,1 Prozent). Die Ankündigung eines neuartigen Tests zur Krebserkennung habe die Papiere nicht vor Kursverlusten bewahren können, hieß es am Markt.

Dem Abwärtstrend konnten sich auch die Titel des Lebensmittelriesen Nestlé (-0,8 Prozent) und des Pharmakonzerns Novartis (-0,1 Prozent) nicht entziehen.

Aber auch konjunkturempfindliche Werte büßten Terrain ein. Die Aktien des Aufzugherstellers Schindler verloren 1,1 Prozent. Händler sprachen von Umschichtungen in andere europäische Investitionsgüteraktien. Für den heimischen Halbleiterhersteller ams AG (-0,4 Prozent) und den Chemikalienhersteller Clariant (-0,8 Prozent) ging es ebenfalls abwärts. Beim Vermögensverwalter Partners Group (-0,9 Prozent) kam es gemäß Marktbeobachtern zu Gewinnmitnahmen.

Bei den Aktien der Großbanken Credit Suisse (-0,2 Prozent) und UBS (-0,6 Prozent) sowie des Versicherers Swiss Life (-0,4 Prozent) machten sich laut Händlern die gesunkenen Anleiherenditen negativ bemerkbar. Sowohl in den USA als auch in Deutschland flacht die Zinskurve derzeit weiter ab. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen lag unter 2,3 Prozent. „Das hilft der Branche absolut nicht“, sagte ein Händler. Aber auch die Aussicht auf ein erneutes Kräftemessen zwischen der EU und der italienischen Regierung setzen der Branche europaweit zu.

Abwärts ging es auch bei den Aktien von Swatch (-0,8 Prozent). Richemont dagegen legten um 0,4 Prozent zu. Die Schweizer Uhrenexporte sind im April um nominal 0,4 Prozent leicht gesunken. Die meisten Analysten zeigten sich von den veröffentlichten Exportdaten wenig überrascht. Sie beurteilten die Entwicklung teilweise sogar positiv, waren doch die Vorjahresdaten extrem stark.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA500 2019-05-28/18:24




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