Letztes Update am Mi, 29.05.2019 09:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


50 Jahre Mondlandung: Chronologie eines anhaltenden Wettlaufs ins All



Wien (APA/dpa) - Die Eroberung des Weltraums war bis in die 1970er ein Wettlauf der Supermächte USA und UdSSR. Mittlerweile sind auch andere Player am Spielfeld - China, Europa, Russland, Israel, Indien aber auch Private:

1945: Deutsche Raketentechnik und Fachwissen gelangen nach Kriegsende in die USA und UdSSR. Beide starten in den Folgejahren mehrere Raketen, die es aber nicht bis ins All schaffen.

1957: Mit „Sputnik 1“ schießt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten ins All. Bald darauf umkreist die Hündin „Laika“ an Bord von „Sputnik 2“ die Erde. Der „Sputnik-Schock“ geht um.

1958: Die Raumsonde Explorer I (USA) hebt zum ersten erdnahen Flug ab. Die NASA (National Aeronautics and Space Administration) wird gegründet.

1959: Die Sowjets bringen den ersten Flugkörper mit einem harten Aufschlag auf die Mondoberfläche.

1960: Erste Rückkehr eines Satelliten zur Erde (Discoverer, USA).

1961: Der Russe Juri Gagarin ist der erste Mensch im All, als erster Amerikaner folgt Alan Shepard an Bord einer „Mercury“-Raumkapsel. US-Präsident John F. Kennedy kündigt an, schon bald werde ein Amerikaner auf dem Mond landen. In Cape Canaveral (Florida) entstehen Anlagen für das „Apollo“-Mondprogramm.

1963: Valentina Tereschkowa (UdSSR) ist erste Frau im All.

1965: Als erster Mensch schwebt der Russe Alexej Leonow zehn Minuten frei im All. An Bord von „Gemini IV“ unternimmt Edward White den ersten Weltraumspaziergang eines US-Astronauten.

1966: Die sowjetische Mondfähre „Luna 9“ setzt auf dem Erdtrabanten auf. Es ist die erste kontrolliert abgebremste Landung auf dem Mond.

1967: Drei US-Astronauten verbrennen bei einem Bodentest in der ersten „Apollo“-Raumkapsel. Ein Funke hatte die mit reinem Sauerstoff gefüllte Kabine in Brand gesetzt.

1968: Als erste bemannte Mission geht „Apollo 8“ mit drei Astronauten an Bord auf die Reise und umrundet den Mond.

1969: „Apollo 11“-Kommandant Neil Armstrong (USA) setzt seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes und schreibt Geschichte. Wenige Monate später gelingt der Besatzung von „Apollo 12“ die zweite Landung.

1970: Die Raumkapsel „Apollo 13“ mit drei Astronauten landet nach einem spektakulären Rettungsmanöver auf der Erde. Nach einer Explosion im Sauerstofftank war die Mondlandung abgebrochen worden. Der Satz „Houston, wir haben ein Problem“ wird legendär.

1971: Die Sowjetunion startet die erste Raumstation „Saljut 1“. Zugleich landet die sowjetische Sonde „Mars“ auf dem roten Planeten. Im selben Jahr setzen die USA mit „Apollo 14“ auf dem Mond auf, Alan Shepard und Edgar Mitchell steigen aus. Später landet „Apollo 15“, David Scott und James Irvin sammeln fast 80 Kilogramm Gesteinsproben.

1972: „Apollo 16“ landet auf dem Erdtrabanten. John Young und Charles Duke fahren knapp 27 Kilometer mit einem Mondauto. Im Dezember landet „Apollo 17“ als bisher letztes bemanntes Raumschiff auf dem Mond. Eugene Cernan und Harrison Schmitt nutzen erneut ein Auto.

1975: Erstes Zeichen der Annäherung: Eine sowjetische Rakete („Sojus“) und eine US-“Apollo“-Rakete koppeln im Weltall aneinander an.

1976: Die Sonden „Viking 1“ und „Viking 2“ (USA) landen auf dem Mars.

1986: US-Raumfähre „Challenger“ explodiert beim Start. Sieben Tote.

1991: Der Wiener Franz Viehböck schwebt zu den Klängen des Donauwalzers in die sowjetische Raumstation „Mir“ ein. Er ist der erste und bisher einzige Österreicher im All.

1998: Erste Teile der neuen Internationalen Raumstation ISS fliegen ins All. Die USA und Russland kooperieren, weitere Staaten unterstützen.

2003: Der Volksrepublik China gelingt es mit dem Raumschiff Shenzhou 5 als drittem Staat, Menschen ins All zu bringen.

2009: Im Juni erreicht eine neue Mond-Sonde der NASA den Erdtrabanten. Sie soll aus einer Entfernung von 50 Kilometern ein Jahr lang die Mondoberfläche analysieren und Ausschau halten nach geeigneten Landeplätzen für eine neue bemannte Mondmission.

2014: Die europäische Weltraumsonde Rosetta setzt die Sonde Philae ab, die am 12. November 2014 erstmals auf einem Kometen (Tschurjumow-Gerassimenko) weich landet.

2019: Im Jänner bringt China als erstes Land eine Sonde („Chang‘e 4“) auf die erdabgewandte Seite des Mondes. Dabei wurde das Mond-Gefährt „Yutu-2“ (Jadehase 2) ausgesetzt.




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