Letztes Update am Do, 30.05.2019 06:27

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Venezuela-Gespräche in Oslo ergebnislos beendet



Die erste Verhandlungsrunde zwischen Vertretern der venezolanischen Regierung und der Opposition ist in Norwegen ohne greifbares Ergebnis beendet worden. Es sei „keine Einigung“ erzielt worden, erklärte Oppositionsführer Juan Guaido am Mittwoch in Caracas. „Wir danken der norwegischen Regierung für ihren Willen, zu einer Beendigung des Chaos in unserem Land beizutragen.“

Der selbst ernannte Übergangspräsident bekundete jedoch seinen Willen zu weiteren Gesprächen. „Wir haben unseren Weg klar definiert: Ende der illegalen Machtübernahme, Bildung einer Übergangsregierung und freie Wahlen“, teilte das Büro des selbst ernannten Interimspräsidenten am Mittwoch nach dem Treffen in Oslo mit. Danach sagte Guaido Medienberichten zufolge, dass die Straßenproteste in Venezuela weitergehen werden.

Das norwegische Außenministerium erklärte, beide Seiten hätten ihre Bereitschaft demonstriert, eine „verfassungskonforme“ Lösung des Konflikts zu erreichen. Über den genauen Inhalt der Gespräche machten die Teilnehmer keine Angaben. Vertreter der Regierung und der Opposition waren unter Vermittlung Norwegens erstmals seit Beginn des Machtkampfs zwischen Präsident Nicolas Maduro und Guaido zu direkten Verhandlungen zusammengekommen.

Parlamentspräsident Guaido und Staatschef Maduro liefern sich seit Monaten einen erbitterten Machtkampf, in dem sich bisher keine Seite durchsetzen kann. Während zahlreiche Staaten Guaido bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt haben, sitzt Maduro in Venezuela noch fest im Sattel. Guaido, der Maduros Rücktritt verlangt, wird von mehr als 50 Staaten als Übergangspräsident anerkannt, darunter die USA und Deutschland. Maduro kann bisher auf die Unterstützung großer Teile der Armee sowie Russlands, Chinas und Kubas zählen.




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