Letztes Update am Do, 30.05.2019 11:51

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sieben Tote nach Schiffsunglück auf der Donau in Budapest



Nach dem schweren Schiffsunglück auf der Budapester Donau mit bisher sieben Todesopfern werden immer noch 21 Personen vermisst. Dabei soll es sich um 19 Südkoreaner und zwei Ungarn handeln. Der Ausflugdampfer „Nixe“ war am späten Mittwochabend nach dem Zusammenprall mit dem großen Hotelschiff „Viking Sigyn“ gesunken. Sieben Personen wurden gerettet, ihr Zustand ist stabil.

Ein Video des ungarischen Landespolizeipräsidiums zeigte bei einer Pressekonferenz den Unglückverlauf. Dabei fuhren die beiden Schiffe zunächst parallel zueinander, bis die „Nixe“ plötzlich vor die „Viking Sigyn“ steuerte. Der Zusammenstoß brachte den kleineren Dampfer zum Kentern, er sank innerhalb von sieben Sekunden.

Wie auf der Pressekonferenz weiter berichtet wurde, konnten bisher zwei der sieben Todesopfer identifiziert werden. Unter den insgesamt 35 Personen an Bord des Dampfers befanden sich 22 Frauen, zwölf Männer und ein Kind.

Wegen des schlechten Wetters sollen sich die Touristen unter Deck befunden haben. Ein Militärschiff mit Spezialtauchern traf inzwischen an der Budapester Margaretenbrücke ein, um die Lage des in einer Tiefe von drei bis vier Metern liegenden Schiffswracks zu untersuchen. Das Wrack soll schließlich in mehreren Phasen geborgen werden.

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Angesichts der niedrigen Wassertemperaturen von rund zwölf Grad gibt es kaum noch Hoffnung für die Vermissten. Das Donauufer soll auf einer Länge von 100 km abgesucht werden. Zwei der sieben Toten seien weit von den Unfallstelle entfernt geborgen worden, hieß es.

Menschliches Versagen als Ursache des Unglücks sei nicht ausgeschlossen, betonte der Generalsekretär des Ungarischen Schifffahrtsverbandes, Imre Horvath, laut Medien. Schiffe seien heute mit Satelliten-Ortung ausgestattet, so dass sie die eigene oder die Position anderer Schiffe sowie deren Bewegung mit hoher Präzision bestimmen können.

Südkoreas Präsident Moon Jae In ordnete an, einen Krisenstab einzusetzen und zusammen mit den ungarischen Behörden „alle verfügbaren Mittel“ zur Rettung der Vermissten zu ergreifen. Das Außenministerium kündigte an, eine „schnelle Einsatzgruppe“ mit 18 Beamten und Rettungskräften an den Unglücksort zu schicken. Noch am Donnerstag sollte der südkoreanische Außenminister Kang Kyung Wha mit einer Delegation in Budapest eintreffen, um persönlich die Arbeiten zu koordinieren.

Laut Mitteilung des südkoreanischen Außenministeriums hätten die Passagiere das Dampfers zum Zeitpunkt des Unglücks keine Rettungswesten getragen. Der nächtliche Schiffsausflug sei einer der letzten Programmpunkte der Touristengruppe in Ungarn gewesen.

Der südkoreanische Reiseveranstalter Verygoodtour entschuldigte sich für das Unglück. Das Unternehmen werde alles tun, um den Opfern und deren Familien zu helfen, sagte der Leiter des Kundenservice, Lee Sang Moo, im südkoreanischen Fernsehen.

Die Donau fließt mitten durch Budapest und trennt die beiden Stadthälften Buda und Pest voneinander. Ausflugsfahrten per Schiff sind auf dem Budapester Flussabschnitt bei Touristen sehr beliebt, weil sich dabei schöne und fotogene Ausblicke auf Sehenswürdigkeiten wie die Burg von Buda und das Parlamentsgebäude bieten.




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