Letztes Update am Do, 30.05.2019 13:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Karlspreis an UNO-Generalsekretär Guterres verliehen



UNO-Generalsekretär Antonio Guterres ist am Donnerstag als europäischer Streiter für eine friedliche Zusammenarbeit der Völker mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt damit auch das Eintreten des früheren Ministerpräsidenten Portugals für europäische Werte wie Pluralismus, Toleranz, Frieden, Freiheit und Demokratie.

Für seine „großartige Arbeit als Europäer“ an der Spitze der Vereinten Nationen habe Guterres Respekt und Unterstützung verdient und „für seine Haltung zu den Herausforderungen des Klimaschutzes und des so dringend notwendigen Multilateralismus“, sagte der Aachener Bürgermeister Marcel Philipp (CDU).

Der Karlspreis gehe an einen mutigen Europäer, der sein Leben in den Dienst der Zukunft Europas stellt. Die Verleihung solle auch an die Verantwortung der Europäer in der Welt appellieren, „mit der wir untrennbar verbunden sind“.

Das Karlspreis-Direktorium ehrte den Portugiesen, „in Würdigung seines herausragenden Einsatzes für eine Neubelebung und Festigung der multilateralen Zusammenarbeit auf der Grundlage der gemeinsamen Werte und Ziel der Europäischen Union und der Vereinten Nationen“, hieß es auf der Urkunde, die beim Festakt im Aachener Krönungssaal überreicht wurde.

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Vielen Österreichern ist der portugiesische Sozialist als jener Politiker in Erinnerung, der im Februar 2000 die diplomatischen Sanktionen der damals 14 anderen EU-Staaten gegen die erste schwarz-blaue Bundesregierung verkündete. Von 2005 bis 2015 war er UNO-Flüchtlingskommissar, im Oktober 2016 wurde er von der UNO-Generalversammlung per Akklamation zum Nachfolger des Südkoreaners Ban Ki-moon als Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt und trat dieses Amt am 1. Jänner 2017 an.

Der Karlspreis zählt zu den bedeutendsten europäischen Ehrungen. Er wird traditionell an Christi Himmelfahrt in Aachen verliehen. Außer der Urkunde erhalten die Preisträger eine Medaille, die das älteste erhaltene Stadtsiegel Aachens aus dem zwölften Jahrhundert mit Karl dem Großen zeigt. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron. 2016 hatte Papst Franziskus den Karlspreis erhalten.

Zweimal ging der Preis auch an Österreicher: 1995 an den damaligen Bundeskanzler Franz Vranitzky (SPÖ) sowie als erster Träger des Karlspreises überhaupt an den Gründer der Paneuropa-Bewegung, Richard Coudenhove-Kalergi (1894-1972).




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