Letztes Update am Do, 30.05.2019 14:07

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innerafghanische Gespräche in Moskau enden ohne Ergebnisse



Gespräche zwischen Vertretern der radikalislamischen Taliban und afghanischen Politikern in der russischen Hauptstadt Moskau gingen ohne konkrete Ergebnisse zu Ende. Das teilten beide Seiten am Donnerstag mit. Afghanische Politiker hatten davor die Hoffnung ausgedrückt, die Islamisten von einer Feuerpause rund um das Ende des Fastenmonats Eid nächste Woche überzeugen zu können.

Die Delegationen seien sich einig gewesen, dass man Frieden in Afghanistan erreichen wolle, hieß es in der Mitteilung. Man habe über die Zukunft des Landes gesprochen, den Schutz von Zivilisten, Frauenrechte oder den Abzug der internationalen Truppen aus dem Land. Beide Seiten hätten in „manchen Aspekten“ Übereinstimmungen festgestellt. Welche das waren, blieb allerdings offen.

Die Teilnehmer waren am Dienstag auf Einladung der russischen Regierung zu einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen der russisch-afghanischen Beziehungen in Moskau angereist. Die Taliban weigerten sich erneut, auch mit Vertretern der Regierung in Kabul zu sprechen, die sie für eine Marionette des Westens halten. Der afghanische Botschafter in Russland sowie der Chef des afghanischen Hohen Friedensrates nahmen nach Taliban-Angaben nicht an den Gesprächen teil, die auf den Festakt folgten.

Seit Sommer des Vorjahres führen die Taliban zudem Gespräche über eine politische Lösung des langwierigen Konflikts mit den USA. Auch in diesen wird versucht, die Islamisten davon zu überzeugen, mit der Regierung in Kabul direkte Gespräche über Frieden aufzunehmen.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul kamen indes mindestens sechs Menschen bei einem Attentat ums Leben. Mindestens 16 weitere Personen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Kabuler Polizei, Ferdaus Faramars, am Donnerstag. Vor der Marschall-Fahim-Militärakademie habe sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt, sagte Faramars weiter.

Aus Militärkreisen hieß es, die Explosion sei erfolgt, als Kadetten der Akademie nach Unterrichtsschluss gerade die Universität verließen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag über ihr Sprachrohr Amaq für sich.

Es ist der siebente Anschlag in Kabul in diesem Jahr. Bei 22 Anschlägen in Kabul im Vorjahr waren mehr als 550 Menschen getötet und mehr als 1.000 verletzt worden.




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