Letztes Update am Sa, 01.06.2019 17:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Papst erneuert Appell zu Solidarität mit Benachteiligten



Papst Franziskus hat am zweiten Tag seiner Rumänien-Reise seinen Aufruf zum Mitgefühl mit Benachteiligten erneuert. Im siebenbürgischen Sumuleu Ciuc und in der nordöstlichen Stadt Iasi lobte er zudem, dass in Rumänien mehrere Volksgruppen friedlich zusammenlebten.

Es komme darauf an, „dafür zu kämpfen, dass diejenigen, die gestern zurückgeblieben waren, morgen zu Hauptdarstellern werden, und dass die Hauptdarsteller von heute morgen nicht zurückgelassen werden“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Samstag vor Zehntausenden Gläubigen bei einer Messe im Marien-Wallfahrtsort Sumuleu Ciuc (Csiksomlyo) in einem Teil Siebenbürgens, in dem die ethnischen Ungarn dominieren.

Mit Bezug auf die multiethnische Bevölkerung Siebenbürgens betonte Franziskus, die Wallfahrt von Sumuleu Ciuc sei ein „Symbol des Dialogs“, da sie sowohl rumänische als auch ungarische Traditionen würdige. Zugleich signalisiere sie eine religiöse Toleranz.

Eine Pilgerreise bedeute, „die Herausforderung, die Idee des Zusammenlebens zu entdecken und weiterzugeben“, fügte Franziskus hinzu.

Auch im Kulturpalast von Iasi würdigte Franziskus bei einem Treffen mit Familien das friedliche Zusammenleben verschiedener Volksgruppen. „Der Heilige Geist ruft uns alle zusammen und hilft uns zu entdecken, wie schön es ist, zusammen zu sein und einander begegnen zu können, um gemeinsam voranzugehen. Jeder mit seiner Sprache und Tradition, aber froh, sich unter Geschwistern zu treffen.“

Franziskus hatte seinen dreitägigen Besuch in Rumänien am Freitag begonnen. Nach der Visite von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1999 ist es der zweite Papst-Besuch in dem orthodox geprägten Land. Zum Abschluss will Franziskus am Sonntag im siebenbürgischen Blaj mit Vertretern der oft benachteiligten Roma zusammenkommen.




Kommentieren