Letztes Update am So, 02.06.2019 16:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Konfrontationen auf dem Tempelberg in Jerusalem



Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Sonntag zu Konfrontationen zwischen Muslimen und der israelischen Polizei gekommen. Hunderte Randalierer hätten Steine und Stühle auf die Sicherheitskräfte geworfen, teilte ein Polizeisprecher mit. Daraufhin hätten die Polizisten die Demonstrationen aufgelöst.

Auslöser der Unruhen war der Besuch strengreligiöser Juden auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) während der letzten Tage des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Auch israelische Medien stuften dies als ungewöhnlich ein.

Die Polizei habe den Besuch zum Jerusalem-Tag erlaubt. Israel feiert an dem Tag die Eroberung des Ostteils von Jerusalem mit der Altstadt während des Sechstagekriegs 1967. Israel eroberte damals auch das Westjordanland und den Gazastreifen. Die Palästinenser wollen auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat errichten.

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Hamas warf Israel vor, es habe den für Muslime heiligen Ort mit Angriffen auf muslimische Gläubige geschändet. Er sprach von einer „ernsthaften Eskalation“ und drohte mit Konsequenzen.

Die Lage in der Altstadt war bereits angespannt, nachdem ein palästinensischer Angreifer am Freitag zwei Israelis mit einem Messer verletzt hatte. Der Palästinenser war daraufhin von Polizisten erschossen worden.

Um den Tempelberg, der Muslimen und Juden heilig ist, gibt es immer wieder Streit. Im Sommer 2017 war es zu blutigen Unruhen gekommen, nachdem Israel nach einem tödlichen Anschlag am Tempelberg Metalldetektoren aufgestellt hatte. Israel ließ die Detektoren wieder abbauen, nachdem bei Unruhen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt worden waren.




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