Letztes Update am So, 02.06.2019 17:55

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA ohne Vorbedingungen zu Gesprächen mit Teheran bereit



Die USA sind zu Gesprächen mit dem Iran ohne Vorbedingungen bereit. „Wir sind bereit, uns an einen Tisch mit ihnen zu setzen“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Sonntag in der Schweiz. Allerdings werde sein Land den Kampf gegen die „bösartigen Aktivitäten“ Teherans fortsetzen. Der Iran lehnte das Angebot umgehend ab.

„Für den Iran spielen solche Wortspiele keine wichtige Rolle (...) wichtig sei vielmehr eine praktische Änderung des Verhaltens der USA gegenüber dem Iran“, sagte Außenamtssprecher Abbas Moussavi am Sonntag. Die Wortwahl Pompeos zeige jedoch, dass die USA ihr falsches Verhalten gegenüber dem Iran weiterführen wollen. „Dieses Verhalten muss jedoch im Vorfeld korrigiert werden“, so der Sprecher nach Angaben der halbstaatlichen Nachrichtenagentur ISNA. Teheran sei nur dann zu Gesprächen bereit, wenn die USA dem Land gegenüber Respekt zeigen, zum Wiener Atom-Deal zurückkehren und die Sanktionen aufheben.

Pompeo hatte zuvor Bereitschaft zu Gesprächen mit dem Iran „ohne Vorbedingungen“ zum Ausdruck gebracht. Das sagte der Minister am Sonntag bei einer Pressekonferenz in der Schweiz. „Wir sind bereit, uns mit ihnen zusammenzusetzen.“ Es bleibe aber der amerikanische Anspruch, die „bösartigen Aktivitäten“ im Iran „vollständig umzukehren“.

Unterdessen veranstalteten ein US-Flugzeugträger und ein B52-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe unweit der Küste des Iran eine gemeinsame Übung. Das Training habe das Ziel verfolgt, „operative Taktiken“ in Kriegsgebieten zu verbessern, teilte das Kommando der 5. Flotte der US-Marine in Bahrain am Sonntag mit. An der Übung waren auch Jets und Hubschrauber des Flugzeugträgers „Abraham Lincoln“ beteiligt.

Die USA setzen die Islamische Republik seit mehr als einem Jahr massiv unter wirtschaftlichen Druck, zwischenzeitlich wurde offen die Gefahr eines Krieges diskutiert. Die USA waren vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten, internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und hatten harte Sanktionen gegen das Land verhängt. Im Mai hat auch der Iran seinen Teilausstieg angekündigt. Die Islamische Republik fordert vor allem, dass Sanktionen im Öl- und Bankensektor aufgehoben werden.

Die Internationale Atomenergie-Agentur (IAEA) schrieb in ihrem aktuellsten Bericht, der am Freitag der Deutschen Presse-Agentur vorlag, dass Teheran bisher weder die Grenzwerte aus dem Atom-Deal für die Urananreicherung noch jene für die gelagerten Mengen von leicht angereichertem Uran und Schwerwasser überschritten habe.




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