Letztes Update am So, 02.06.2019 18:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Todesschütze von Virginia Beach kündigte kurz vor Tat selbst



Der Todesschütze von Virginia Beach hat seinen Job als städtischer Angestellter am Morgen der Tat selbst gekündigt. Das gab die Stadtverwaltung bekannt. Der Mann habe per E-Mail erklärt, dass er mit zweiwöchiger Frist seinen Arbeitsvertrag kündigen wolle. Es habe seitens des Arbeitgebers keinerlei Disziplinarmaßnahmen ihm gegenüber gegeben. Seine Arbeitsleistung sei zufriedenstellend gewesen.

Der 40-Jährige war mehr als ein Jahrzehnt bei der Stadt angestellt, bevor er am Freitag das Feuer eröffnet und zwölf Unschuldige tötete, darunter elf Kollegen. Es kam zum Schusswechsel mit der Polizei, bei dem der Angreifer getötet wurde. Drei Opfer des Mannes befanden sich am Samstag noch mit schweren Verletzungen auf der Intensivstation, sagte der Chefarzt der Klinik, Martin O‘Grady.

Der Täter sei seit langem bei der Stadt angestellt gewesen. Bürgermeister Bobby Dyer sagte am Freitagabend (Ortszeit): „Das ist der verheerendste Tag in der Geschichte von Virginia Beach.“

Polizeichef Cervera sagte, der Täter sei am Freitagnachmittag in den Verwaltungskomplex der 450.000-Einwohner-Stadt am Atlantik eingedrungen und habe mit seiner großkalibrigen Handfeuerwaffe wahllos auf Menschen in allen drei Stockwerken des Gebäudes geschossen. Er sei mit mehreren übergroßen Magazinen ausgerüstet gewesen. Als Polizisten eintrafen, habe der Schütze auch auf sie geschossen. Ein Polizist sei getroffen worden, seine Schutzweste habe ihm das Leben gerettet.

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CNN berichtete unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass es sich bei dem Schützen um einen 40-jährigen Mann handle. Nachbarn beschrieben ihn demnach als Einzelgänger. Cervera sagte, die Ermittler untersuchten einen Tatort, der „am besten als Kriegsgebiet“ beschrieben werden könne.

Eine städtische Angestellte, die sich bei dem Angriff im Gebäude aufhielt, sagte dem Lokalsender WAVY, sie habe Schreie und Schüsse gehört und den Notruf angerufen. „Wir haben uns im Büro verbarrikadiert.“ Sie und ihre Kollegen hätten die Tür mit einem Schreibtisch blockiert. „Wir haben nur gehofft, dass es bald vorbei sein wird.“ Anwohner fanden sich am Samstag zu einer spontanen Andacht in der Nähe des Tatorts zusammen.

Nach dem Massaker gewann die in solchen Fällen in den USA übliche Debatte um strengere Waffengesetze wieder an Fahrt. Der Parteivorsitzende der Demokraten, Tom Perez, sagte bei CNN: „Wir können etwas dagegen tun.“ Der Gouverneur von Virginia, Ralph Northam, hatte seit geraumer Zeit versucht, strengere Waffengesetze einzuführen, etwa grundsätzliche Hintergrund-Untersuchungen für Käufer von Schusswaffen. Dies scheiterte jedoch am von den konservativen Republikanern dominierten Kongress in Virginia.




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