Letztes Update am So, 02.06.2019 19:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


16. VIS - Triumph für Regisseurinnen Foelsterl und Scarpelli



Zwei Regisseurinnen sind die großen Gewinnerinnen des heute, Sonntag, endenden Kurzfilmfestivals Vienna Shorts (VIS): Aus dem Österreich-Wettbewerb ging Nicole Foelsterl mit ihrem Dokumentarfilm „Eigentlich Vergangen“ als Gewinnerin hervor. Im internationalen Wettbewerb wurde in der Sparte „Animation Avantgarde“ die Italienerin Martina Scarpelli für die Schwarzweiß-Animation „Egg“ ausgezeichnet.

Beide Filme haben sich somit sowohl für die Oscars als auch für den Österreichischen Filmpreis (Foelsterl) und den Europäischen Filmpreis (Scarpelli) qualifiziert. Foelsterl konnte sich darüber hinaus auch den „Elfi Dassanowsky Preis“ für die beste Regisseurin sichern. „Der Film ist zutiefst bewegend, lyrischer Realismus an der Schnittstelle von Überleben und Nostalgie, Traum und Dokumentation. Er gibt eine Vorstellung davon, was Geschichte ist und tut“, heißt es dazu in der Jurybegründung. Scarpelli wiederum erhielt auch die höchste Punkteanzahl beim Zuschauer-Voting und gewann damit den VIS Publikumspreis 2019. In der Jurybegründung heißt es zu „Egg“: „Einfallsreicher Symbolismus verschränkt mit der kompromisslosen Darstellung der Protagonistin vermittelt eine emotionale Intensität und Dringlichkeit, die lange anhält.“

Den Hauptpreis im zweiten internationalen Wettbewerb für Kurzspielfilme und Kurzdokus („Fiction & Documentary“) gewann das stilisierte Drama „Blessed Land“ des vietnamesischen Regisseurs Pham Ngoc Lan. Die Jury lobte den Streifen als „originell und höchst fantasievoll“ sowie „zugleich spielerisch und tiefsinnig“. Der Regisseur erhält 4.000 Euro, Nicole Foelsterl geht mit 3.000 Euro und einem Postproduktionsgutschein im Wert von 2.000 Euro nach Hause, der „Elfi Dassanowsky Preis“ brachte ihr weitere 1.000 Euro. Martina Scarpelli erhielt 2.000 Euro.

Die Preise der Jury im internationalen Bewerb, die jeweils mit Residencies in Wien verbunden sind, gingen in den zwei internationalen Wettbewerben an „Black Bus Stop“ von Kevin Jerome Everson und Claudrena N. Harold (US) und an „Splash“ des chinesischen Animationsfilmers Shen Jie. Der Preis der Jury im nationalen Wettbewerb, der mit 2.000 Euro sowie einem Postproduktionsgutschein im Wert von 1.000 Euro dotiert ist, ging an den Film „Nuit“ der Newcomer Grzegorz Kielawski und Alexander Bayer.

Mit dem Österreichischen Musikvideopreis wurden Anja Plaschg und Ioan Gavriel für ihr Video „Italy & (This Is) Water“ von Soap&Skin ausgezeichnet. Den erstmals vergebenen „Vimeo Staff Pick Award“, vergeben von den Kuratoren der US-Online-Plattform, erhielt der schottische Animationskünstler Ross Hogg für sein 16mm-Experiment „4:3“. Den Preis der Jugendjury durfte der Österreicher Bernhard Wenger für seine One-Shot-Komödie „Guy proposes to his girlfriend on a mountain“ entgegennehmen, der ORF.at-Publikumspreis ging an Alexander Gratzers Animation „Apfelmus“. Bereits am Freitag hat die Norwegerin Anna Mantzaris den „Prix Tres chic pour le film le plus extraordinaire“ erhalten.

VIS Vienna Shorts zeigte in seiner 16. Ausgabe an sechs Spieltagen 305 Filme aus 55 Ländern. Insgesamt wurden Preisgelder in der Höhe von über 20.000 Euro sowie Qualifikationen für die Oscars, den Österreichischen Filmpreis und - erstmals - für den Europäischen Filmpreis vergeben.




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