Letztes Update am So, 02.06.2019 20:03

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zusammenstöße zwischen Polizei und Palästinensern



An der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem haben sich palästinensische Gläubige Zusammenstöße mit der israelischen Polizei geliefert. Die Moscheebesucher verbarrikadierten sich laut Polizei am Sonntag in dem Gebäude. Von dort aus warfen sie dann Stühle und Steine auf die Sicherheitskräfte, die sie daraufhin auseinandertrieben.

Die für die Verwaltung des Geländes zuständige Waqf-Stiftung erklärte, die Polizei habe Gummigeschoße und Pfefferspray eingesetzt. Sieben Menschen seien festgenommen, 45 seien verletzt worden.

Die Palästinenser protestierten mit der Aktion gegen die Besuche von Juden an der in beiden Religionen heiligen Stätte. Der Direktor der Moschee, Omar al-Kiswani, warf Israel vor, eine Vereinbarung missachtet zu haben, wonach Besuche von Juden in den letzten zehn Tagen des Ramadan untersagt seien. Seinen Angaben zufolge besuchten rund 1200 Juden am Sonntag das Gelände. Eine jüdische Organisation, die Besuche organisiert, meldete eine ähnliche Zahl.

Die Waqf-Stiftung teilte mit, die Polizei habe die Türen der Moschee nach den Zusammenstößen versperrt. Anschließend sei wieder Ruhe eingekehrt und die Besuche hätten fortgesetzt werden können, sagte ein Polizeisprecher.

Der Vorfall ereignete sich am Jerusalemtag, an dem der Eroberung des mehrheitlich palästinensischen Ostteils der Stadt durch Israel im Sechstagekrieg von 1967 gedacht wird. In diesem Jahr fällt der israelische Feiertag in die letzten Tage des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am 4. Juni endet.

Das Gelände der Al-Aksa-Moschee, von Juden als Tempelberg bezeichnet, liegt im Osten Jerusalems. Juden dürfen die Stätte nur zu festgelegten Zeiten besuchen und dort nicht beten, um Spannungen zu vermeiden. Am Jerusalemtag besuchen für gewöhnlich besonders viele Juden den Tempelberg, wo die jüdische Klagemauer steht, einziger Überrest des von den Römern im Jahr 70 zerstörten Zweiten Jüdischen Tempels.

Israel hatte den Ostteil Jerusalems samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert. Die UNO erkennt die Annexion nicht an.




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