Letztes Update am Mo, 03.06.2019 06:17

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Elfer-Ärger: Rapid will „wie Dampfwalze“ zurückkommen



Rapids Saison zum Vergessen ist am Sonntag mit Ärger und Kampfansagen zu Ende gegangen. Als im Europacup-Play-off in zwei Spielen doch deutlich besserer Elf fehlte dominanten Grünweißen beim 1:0 bei Sturm Graz ein Treffer. So verpasste der Großclub das internationale Geschäft zum zweiten Mal in den vergangenen drei Jahren. Als Schuldiger wurde Schiedsrichter Robert Schörgenhofer auserkoren.

Der Vorarlberger wertete ein klares Handspiel von Sturms Emeka Eze nach einem Schuss von Stefan Schwab im Strafraum nicht als Elfer. Rapids sportliche Führung schäumte nach Schlusspfiff. „Ich wusste nicht, dass Sturm mit zwei Torhütern spielen durfte“, sagte Trainer Dietmar Kühbauer. „Wir haben gegen zwölf Mann gespielt“, meinte Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. In die Enttäuschung mischte sich auch Kritik am Ligamodus. Im Sommer soll darüber hinaus am Kader geschraubt werden.

Lukas Spendlhofers Eigentor (43.) blieb am Sonntag der einzige Treffer der Wiener in Graz-Liebenau. Gescheitert ist Rapid auch an sich selbst. Fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse, dazu billige Gegentreffer beim 1:2 im Hinspiel. Kapitän Schwab merkte an, dass das Duell um den Startplatz in der Europa-League-Qualifikation bereits in Hütteldorf verloren wurde. Thomas Murg sprach von einer schwachen Sturm-Elf: „Sie haben keine Ahnung, wie sie das geschafft haben.“

Die Verabschiedung von den mitgereisten Fans fiel kurz aus. Die verpasste Teilnahme an der Meistergruppe war schlussendlich Rapids größtes Manko. Von der Ligareform halte er insgesamt „gar nichts“, gab Kühbauer deshalb zu Protokoll. „Mir und den Spielern wäre die Zehner-Liga lieber gewesen.“ Der Ex-Teamspieler rechnete auch vor, dass Rapid ohne Punktehalbierung in dieser Saison Dritter gewesen wäre. Freilich sind in dieser Rechnung die Spiele gegen die Gegner aus der Qualifikationsgruppe miteinbezogen.

Auf der Tribüne der Merkur Arena sah Präsident Michael Krammer, wie die letzte Saison unter seiner Regentschaft unrühmlich zu Ende ging. In den Frust mischte sich bei den Beteiligten auch Trotz. „Wir werden uns gut erholen und nächste Saison wie eine Dampfwalze zurückkommen. Wir müssen Rapid sein“, erklärte Torhüter Richard Strebinger. Der Schlussmann gab zu, dass die entscheidenden Punkte im Herbst liegen gelassen wurden. Nach 18 Runden hatte Rapid als Achter der Tabelle überwintert. Nach der ersten vollen Vorbereitung unter Kühbauer konnten die für die Meistergruppe fehlenden Punkte zu Beginn des Frühjahrs nicht mehr aufgeholt werden.

Gerade deshalb sah Kühbauer der Zukunft positiv entgegen. „Ich verspreche, wir werden stärker in die neue Saison zurückkommen“, betonte er zum wiederholten Mal. Rapid habe im Großen und Ganzen eine gute Mannschaft. „Für den einen oder anderen, der es nicht gebracht hat, wird die Luft dünner. Da wird es Veränderungen geben“, kündigte Kühbauer jedoch an. Einzig der ausgeliehene Andrei Ivan steht vorerst als Abgang fest. Die Kaufoption auf den Rumänen wurde offenbar nicht gezogen.

Gemeinsam mit Neo-Sportchef Zoran Barisic will Kühbauer nun am Kader werken. Spieler „für ein paar Millionen“ werde es nicht geben, stellte der Chefcoach klar. „Die Spieler müssen auch mit dem Druck, der bei Rapid höher ist, klar kommen“, sagte er hingegen. Barisic gab an, dass er unabhängig von der Qualifikation für einen europäischen Bewerb mit den Planungen für die neue Saison bereits begonnen habe. „Wir müssen Lösungen finden und werden eine Mannschaft auf die Beine stellen, mit der sich die Fans identifizieren können.“ Er habe schon Ideen, welche Profis interessant sein könnten.




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