Letztes Update am Mo, 03.06.2019 10:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Seehofer hält Olympia-Bewerbung für 2036 „nicht denkbar“



Der deutsche Innenminister Horst Seehofer hat einer möglichen Bewerbung Deutschlands um die Austragung der Olympischen Spiele 2036 eine klare Absage erteilt. „Das halte ich nicht für denkbar“, betonte Seehofer in einem Interview der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Der CSU-Politiker begründete die Ablehnung mit der belasteten Olympia-Historie in Deutschland.

„Wir bekämen eine unsägliche internationale Diskussion und würden damit auch die olympische Idee beschädigen“, sagte Seehofer. „Wie würde man das in der Welt sehen? Die Deutschen feiern hundertjähriges Jubiläum bezogen auf die Nazi-Olympiade? Das kann nicht sein.“ Die Sommerspiele 1936 hatten während der Nazi-Diktatur stattgefunden.

Nach den gescheiterten Olympia-Bewerbungen von Berlin (für 2000), Leipzig (2012), München (2018 und 2022) und Hamburg (2024) treibt die privatwirtschaftlich finanzierte Initiative „Rhein Ruhr City 2032“ derzeit eine Kandidatur für die Sommerspiele in 13 Jahren voran. Das Olympia-Konzept, das Mitte April IOC-Präsident Thomas Bach vorgestellt wurde, umfasst 14 Städte.

Bei einem Scheitern für 2032 gäbe es nach derzeitigem Stand wohl keinen zweiten Anlauf vier Jahre später. Zuletzt hatte sich auch Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, sehr skeptisch über eine Bewerbung für 2036 geäußert. „Ich persönlich bin nicht davon überzeugt, dass das ein zielführender Ansatz wäre“, sagte er. Die nächsten Olympischen Spiele finden 2020 in Tokio, 2024 in Paris und 2028 in Los Angeles statt.




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