Letztes Update am Mo, 03.06.2019 16:59

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien sagt dem CO2-Ausstoß im Verkehrsbereich den Kampf an



Der CO2-Ausstoß des Verkehrs soll in Wien nachhaltig reduziert werden - auf den geringsten möglichen Wert, nämlich auf Null. Das sieht die jüngste Smart-City-Rahmenstrategie vor, die Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und die designierte Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne) am Montag präsentiert haben.

Der Weg wird gemeinsam beschritten, wurde betont, auch wenn in Details - Stichwort City-Maut - nicht völliger Einklang herrscht. Vorgegeben ist nun jedenfalls, dass bis 2030 die CO2-Emissionen pro Kopf im Verkehrsbereich um 50 Prozent sinken, bis 2050 um 100 Prozent im Vergleich zum heutigen Stand. Möglich soll dies werden, in dem der Anteil der umweltfreundlichen Verkehrsarten wie das Fahrrad, die Öffis oder das Gehen entsprechend steigt.

Auch die Elektromobilität bzw. Carsharing-Modelle sollen hier maßgebliche Unterstützung leisten. Dass der Weg zum Ziel nicht immer linear verläuft, zeigt sich allerdings aktuell: So ist der Pkw-Anteil im städtischen Verkehrsmix (der sogenannte Modal Split, Anm.) zuletzt wieder leicht angestiegen. Das liegt laut dem Wiener Planungsdirektor Thomas Madreiter daran, dass neue, größere Wohngebiete in äußeren Bezirken errichtet wurden, wo der Auto-Nutzung höher ist als in der Innenstadt.

Insgesamt, so wurde heute betont, sei Wien jedoch das einzige Bundesland, in dem der Motorisierungsgrad sinke. In allen andere Ländern würde er hingegen ansteigen. Zumindest für die künftige Verkehrsstadträtin Birgit Hebein - sie wird Ende des Monats auf Maria Vassilakou folgen - ist auch eine City-Maut denkbar. Die SPÖ hat hier jedoch schon abgewunken. „Unbestritten ist das ein Thema, wo wir unterschiedlicher Meinung sind“, hielt sie heute fest.

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Bürgermeister Ludwig pflichtete diesbezüglich bei. „Für mich hat die gute Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern einen hohen Stellenwert“, begründete er seine Ablehnung einer Maut an der Stadtgrenze - wobei er versicherte, dass die rot-grüne Koalition trotz gelegentlicher unterschiedlicher Ansichten gut funktioniere und eine sehr gute Arbeit leiste.

Gemeinsam, so wurde bekräftigt, habe man auch die Ziele der städtischen Smart-City-Strategie formuliert, die derzeit aktualisiert wird. Die Änderungen seien nötig geworden, hieß es, weil etwa die Klimakonferenz von Paris für neue Rahmenbedingungen gesorgt habe. Auch die neuen Möglichkeiten der immer schneller voranschreitenden Digitalisierung würden berücksichtigt.

Die Vorgabe aus dem Papier betreffen nicht nur die Mobilität, sondern auch andere Bereiche. So soll etwa der Wiener Endenergieverbrauch im Jahr 2030 zu 30 Prozent und 2050 zu 70 Prozent aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.




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