Letztes Update am Di, 04.06.2019 12:04

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Präsident Trump trifft britische Premierministerin May



Am zweiten Tag seines Staatsbesuches in Großbritannien trifft US-Präsident Donald Trump am Dienstag die scheidende britische Premierministerin Theresa May in London. May wird Trump am Regierungssitz in der Downing Street empfangen. Die beiden wollen anschließend am Nachmittag gemeinsam vor die Presse treten. Es werden heftige Proteste gegen Trump erwartet.

May hatte nach einem monatelangen Machtkampf rund um den Brexit am 24. Mai ihren Rücktritt angekündigt. Ihr Dauerrivale, der Brexit-Hardliner und ehemalige Außenminister Boris Johnson, brachte sich umgehend als möglicher Nachfolger in Stellung und drohte mit einem EU-Austritt ohne Abkommen. Trump hatte sich kurz vor seinem Staatsbesuch in zwei Interviews mit britischen Zeitungen in die Brexit-Debatte eingemischt. Dort tat er unter anderem seine Sympathie für Johnson als Nachfolger von May kund und empfahl notfalls einen „No-Deal“-Brexit.

Bereits am Vormittag kommen May und Trump auch mit Wirtschaftsbossen aus beiden Ländern zusammen, um über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Großbritannien zu sprechen. Bei dem anstehenden Treffen will die Premierministerin den US-Präsidenten zum Abschluss eines bilateralen Handelsabkommens aufrufen. Wie Mays Büro in der Nacht auf Dienstag bekannt gab, will die scheidende Regierungschefin zwar die „großartige Partnerschaft“ der beiden Staaten loben. „Aber ich glaube, dass wir sie noch großartiger machen können“, wurde May aus einer Ansprache bei einem bevorstehenden Treffen mit Konzernchefs zitiert. Sie wird sich demnach für ein „bilaterales Freihandelsabkommen“ und eine „umfassendere wirtschaftliche Kooperation“ aussprechen, jedoch auch für „freie, faire und offene Märkte“. Trump hat dagegen gegen mehrere Staaten Zölle erhoben.

Es werden heftige Proteste gegen Trump erwartet. Demonstranten bereiteten einen Ballon in Form eines riesigen Trump-Babys in Windeln vor, um ihn am Parlament aufsteigen zu lassen. Am Trafalgar Square bauten sie eine knapp fünf Meter große Trump-Figur auf, die mit heruntergelassener Hose auf einer Goldtoilette sitzt.

Dort wurden Tausende Demonstranten erwartet, einige Medienberichte gingen sogar von bis zu 250.000 Menschen aus. Die Organisatoren werfen Trump Sexismus und Rassismus vor. Als Redner hat sich auch der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, angemeldet. Aus Protest gegen den US-Präsidenten war er dem Staatsbankett zu Ehren Trumps am Montagabend im Buckingham-Palast fern geblieben.

Trump hatte sich zu Beginn seines Besuchs bereits ein Twitter-Scharmützel mit Londons Bürgermeister Sadiq Khan geliefert. Ärger verursachte der US-Präsident auch, weil er - entgegen diplomatischen Gepflogenheiten - für den britischen Ex-Außenminister Boris Johnson als Nachfolger der scheidenden Premierministerin Theresa May geworben hatte.

Trump twitterte fast überschwänglich, sein Besuch in London laufe sehr gut. Die Queen und die gesamte Königsfamilie seien „fantastisch“ und die Verbindung zu Großbritannien sei sehr stark.




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