Letztes Update am Di, 04.06.2019 14:37

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rangnick wechselt von Leipzig zu Red Bull



Ralf Rangnick räumt seinen Sportdirektoren-Sessel bei RB Leipzig für Markus Krösche. Der 60-Jährige trennt sich nicht nur räumlich, sondern auch vertraglich vom deutschen Fußball-Bundesligisten. Er soll als „Head of Sport und Development Soccer“ in einer übergreifenden Rolle im Fußball-Netzwerk des Getränkekonzerns Red Bull die Standorte in Leipzig, Brasilien und New York vernetzen und betreuen.

„Wir müssen in eine Art Vorreiterrolle kommen, bevor andere Vereine in die Rolle kommen. Den Vorteil, den wir haben, schon von der Logistik her, müssen wir auf die Piste bringen“, meinte Rangnick, der sich bereits nach neuen Räumlichkeiten umsieht. Lebensmittelpunkt soll für ihn aber Leipzig bleiben. Nach sieben Jahren beim Club mit zweimaliger Doppelrolle als Cheftrainer und Sportdirektor sah er nun den Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen. Nur alleine Sportdirektor „in dem großen Mikrokosmos RB Leipzig“ zu sein, hätte nur Entwicklungsschritte im kleinen Prozentbereich ermöglicht.

Pikant bleibt als neuer Fußballchef bei Red Bull die künftige Ausrichtung bezüglich des einstigen Leipziger Partnerclubs RB Salzburg. „Die sind komplett eigenständig und autark“, betonte Rangnick. Der Vereinsjurist hörte die Worte gerne, immerhin mussten die Leipziger der UEFA vor der Premiere in der Königsklasse 2017 eine Entflechtung von den Salzburgern nachweisen. Im Reglement der Champions League dazu heißt es: „Niemand darf gleichzeitig, direkt oder indirekt, in irgendeiner Funktion oder mit irgendeinem Mandat an der Führung, der Verwaltung und/oder den sportlichen Leistungen von mehr als einem an einem UEFA-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein beteiligt sein.“

Die Praxis sieht so aus: das Trainingscamp der Brasilianer findet in Österreich statt, wo Rangnicks jetziger Co-Trainer Jesse Marsch in Kürze neuer Salzburger Chefcoach wird. Wohl auch, um rechtliche Konflikte zu vermeiden, ist Rangnick vertraglich bei RasenBallsport Leipzig draußen. Die komplette sportliche Führung in Leipzig um Neu-Trainer Julian Nagelsmann wird erneuert. Sportdirektor wird Krösche. Der 38-Jährige erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022. An seine Seite wird in den nächsten zwei, drei Wochen noch ein Sportlicher Leiter gestellt, quasi der Nachfolger von Jochen Schneider, der zum FC Schalke 04 gewechselt ist. Am 15. Juni will Rangnick der neuen Führung „die bestmögliche Mannschaft übergeben“.

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Nicht ganz ohne Brisanz ist auch die angedachte „sportliche Kooperation“ mit Bundesliga-Aufsteiger Paderborn, dem bisherigen Arbeitgeber von Krösche. Im Rahmen der Zusammenarbeit sei es denkbar, dass Spieler in Zukunft erst nach Paderborn ausgeliehen werden, bevor man sie nach Leipzig holt, erklärte Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff. Die Zusammenarbeit mache auch deshalb Sinn, weil Krösche den Club gut kenne, betonte Mintzlaff. Die Kooperation beziehe sich unter anderem auch auf einen Austausch im Scouting-Bereich. Zu konkreten Inhalten der Vereinbarungen wollten sich die Paderborner auf Nachfrage nicht äußern.




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