Letztes Update am Di, 04.06.2019 15:22

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Thiem gegen Chatschanow um viertes French-Open-Halbfinale



Nicht gegen „Angstgegner“ Juan Martin Del Potro, sondern gegen den 23-jährigen Russen Karen Chatschanow kämpft Dominic Thiem am Mittwoch (2. Match nach 14.00 Uhr) um sein viertes French-Open-Semifinale in Folge. Der werdende Vater, der Thiem im bisher einzigen Duell ebenfalls in Paris, allerdings auf Hartplatz in Bercy, bezwungen hat, warf Del Potro in vier Sätzen aus dem Bewerb.

An der Ausgangslage ändert das für Thiem freilich wenig, außer, dass er an Del Potro keine guten Erinnerungen hat. Doch entscheidend wird sein, dass Thiem die Kontrolle übernimmt und von Beginn an dem Gegner sein Spiel aufzwingt. „Ich kenne ihn gut, wir haben öfter miteinander trainiert. Er hat extrem gut gespielt gegen Del Potro, ich habe ein bisserl beim Match zugeschaut“, verriet der Lichtenwörther.

Thiems Kurzanalyse: „Sein Aufschlag ist extrem stark, seine Vorhand megagefährlich. Das wird ein cooles Match morgen.“ Im vergangenen Herbst habe Chatschanow auf dem Weg zu seinem ersten Masters-1000-Titel in Paris Bercy „unglaublich gespielt“. „Er steht jetzt auf 11 und wird nach dem Turnier in die ersten Zehn einziehen. Jeder, der so weit vorne steht, spielt unglaubliches Tennis.“

Österreichs Tennis-Star absolvierte am Dienstag ein intensives, einstündiges Training mit Coach Nicolas Massu u.a. vor den Augen von Vater Wolfgang. Der 13-fache Turniersieger erhielt immer wieder Szenen-Applaus der Zuschauer auf Court 4 der Anlage.

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Chatschanow hat vielleicht den kleinen Nachteil, dass er erstmals in einem Major-Viertelfinale steht. Der Rechtshänder mit beidhändiger Rückhand hat jedenfalls allen Respekt vor Thiem. „Er ist hier nicht weniger als dreimal in Folge im Halbfinale gestanden. Also ist er sicher einer der Besten auf Sand. Aber ich werde kämpfen und dann schauen wir, was passiert“, sagte der 1,98 m große Moskauer, der sich mit dem Viertelfinale in Roland Garros erstmals in die Top Ten gespielt hat.

„Dominic geht immer an seine Grenzen, es wird eine harte Partie“, meinte Chatschanow nach seinem Sieg über eines seiner Vorbilder Del Potro. Der Russe war abgesehen von einem Viertelfinale in Indian Wells (Out gegen Rafael Nadal) vor den French Open kaum aufgefallen.

Ausgerechnet in Paris, wo er vergangenen Herbst im Osten der Stadt seinen bisher größten Triumph beim Masters-1000-Turnier gefeiert hatte, scheint er sein Potenzial besonders gerne zu zeigen. Es war nun inklusive Bercy sein zehnter Sieg in der Seine-Stadt, fünf davon waren gegen Top-Ten-Spieler. Auch privat befindet sich Chatschanow im Hoch. Nach seinem Sieg über Del Potro war er in die Knie gegangen, danach zeigte er in seine Box und grinste seine schwangere Frau Veronika an. Das Paar erwartet im September ein Baby.

Für Thiem ist es sein fünftes Major-Endspiel, schon sein viertes hintereinander in Roland Garros. Mit dem nächsten Schritt könnte er seine bereits fixen 360 Zähler für das ATP-Ranking nochmals verdoppeln und sein Preisgeld von 415.000 auf 590.000 Euro (brutto) anheben.

Sollte sich Thiem gegen Chatschanow durchsetzen, dann trifft er am Freitag entweder auf die aktuelle Nummer 1 der Welt, Novak Djokovic, oder die Nummer 5, Alexander Zverev. Der 32-jährige Serbe ist gegen den zehn Jahre jüngeren Deutschen Favorit und hat auf dem Weg in die Runde der letzten acht noch keinen Satz abgegeben. Dennoch hat Zverev in bisher vier Begegnungen mit dem 15-fachen Grand-Slam-Sieger schon zweimal die Oberhand behalten: Im Endspiel von Rom 2017 und vergangenen November beim Masters in London.




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