Letztes Update am Mi, 05.06.2019 13:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schulfreundin von Anne Frank: Sie wollte berühmt werden



Jacqueline van Maarsen, Schulfreundin von Anne Frank während der deutschen Besatzung der Niederlande, kann sich immer noch gut an sie erinnern. „Sie war sehr lebendig“, sagte die 90 Jahre alte Amsterdamerin am Mittwoch in Köln. „Ich habe nie mehr jemanden gesehen, der so voller Leben war wie Anne. Ich mochte das sehr gerne.“

Als erwachsene Frau wäre Anne vielleicht Schriftstellerin geworden. „Sie wollte berühmt werden und keine Hausfrau wie ihre Mutter.“ Wenn sie Anne Frank heute noch einmal sprechen könnte, würde sie ihr sagen, dass sie in der Tat berühmt geworden sei.

Die beiden hatten sich zu Beginn der 1940er-Jahre im Jüdischen Gymnasium in Amsterdam kennengelernt. Anne habe schon sehr schnell zu ihr gesagt „Wir sind jetzt beste Freundinnen“. Dabei seien sie ganz unterschiedliche Typen gewesen. Sie hätten viel über andere Mädchen gesprochen, Anne habe immer alles über alle gewusst. Auch Jungen seien „ein großes Thema“ gewesen.

Anne Frank ist 1945 im KZ Bergen-Belsen ermordet worden - am Mittwoch nächster Woche (12. Juni) wäre sie 90 Jahre alt geworden. Ihr Tagebuch, das sie in ihrem Versteck in einem Amsterdamer Hinterhaus schrieb, gilt als das bekannteste Holocaust-Dokument überhaupt. Im Tagebuch bezeichnet Anne Jacqueline van Maarsen als „Jopie“ oder „Jackie“.

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Jacqueline van Maarsen hat ihre Geschichte nun auch für die History-App „WDR AR 1933-1945“ erzählt, die Zeitzeugenberichte aus der Nazizeit bewahren will. Das Kürzel AR steht für Augmented Reality, die computergestützte Erweiterung von Wahrnehmung.




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