Letztes Update am Mi, 05.06.2019 13:47

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militärführung des Sudan bereit für Verhandlungen



Nach der Aufkündigung der Verhandlungen mit der Opposition ist die Militärführung im Sudan nach eigenen Angaben wieder offen für Gespräche. Der regierende militärische Übergangsrat sei ohne Vorbedingungen bereit zu Verhandlungen mit anderen Gruppen, sagte der Chef des Rats, Abdel Fattah Burhan, am Mittwoch in einer Fernsehansprache.

Man tue dies im Interesse des Landes und um zu vermeiden, dass das Land im Chaos versinke, hieß es. Zuvor hatten Sicherheitskräfte gewaltsam eine Sitzblockade in der Hauptstadt Khartum, die wochenlang andauerte und maßgeblich zum Sturz von Langzeitmachthaber Omar al-Bashir beigetragen hatte, aufgelöst. Einem Ärzteverband zufolge wurden mindestens 60 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Daraufhin erklärte der Übergangsrat die Gespräche für beendet, kündigte die Zugeständnisse an die Opposition auf und Wahlen an.

Bashir war nach drei Jahrzehnten an der Macht im April vom Militär gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem rangen die Militärführung und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung.

Die Armee hatte am Montag in der Hauptstadt Khartum gewaltsam Blockaden von tausenden Demonstranten geräumt, die seit rund zwei Monaten eine zivile Regierung für das nordostafrikanische Land fordern. Das Vorgehen der Sicherheitskräfte stieß international auf scharfe Kritik. Der UN-Sicherheitsrat konnte sich allerdings in einer Sitzung am Dienstag nicht auf eine einheitliche Haltung zur Krise im Sudan einigen. Nach Angaben von Diplomaten blockierten die Vetomächte China und Russland eine Erklärung, mit der unter anderem das gewaltsame Vorgehen der Streitkräfte gegen die Protestbewegung verurteilt werden sollte.

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