Letztes Update am Mi, 05.06.2019 14:13

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuer FPÖ-Chef Hofer will die Blauen grün machen



Der neue FPÖ-Chef Norbert Hofer will die Blauen grün machen. Anders als sein Vorgänger Heinz-Christian Strache leugnet er nicht, dass die Erderwärmung menschengemacht ist: „Für Norbert Hofer sind Klimaschutz und der von den Menschen herbeigeführte Klimawandel die größten Herausforderungen unserer Zeit“, bekundete er Mittwoch seine Absicht, Umweltschutz zu einem FPÖ-Schwerpunkt zu machen.

„Unter seiner Obmannschaft wird sich die FPÖ intensiv mit diesen Themen auseinandersetzen“, steht in einer Aussendung der FPÖ zum Welt-Umwelttag, im Titel versichert Hofer, dass „Klimaschutz und Umweltschutz starke Schwerpunkte“ in der FPÖ-Programmatik werden. Hofer wird als „langjähriger Umweltsprecher der FPÖ und Herausgeber mehrerer Bücher zum Thema Energie und Umwelt“ gepriesen, es wird verraten, dass er „gerne mit dem E-Scooter unterwegs ist, am Dach seines Hauses im Südburgenland Sonnenstrom produziert und sein eigenes Obst und Gemüse anbaut“.

Erinnert wird an von ihm als Infrastrukturminister gesetzte „Akzente“ in der Forschungsförderung für die Bereiche Energiegewinnung und -speicherung. Nicht erwähnt wird freilich, dass ihm als Verkehrsminister Tempo 140 auf den Autobahnen ein Herzensanliegen und die Testzonen dafür sein Prestigeobjekt waren.

Aber Hofer hat - neben dem Drängen darauf, weiter den Umstieg auf erneuerbare Primärenergieträger und im Verkehr die Dekarbonisierung zu forcieren - praktische Tipps für „jede Österreicherin/jeden Österreicher“ parat: „Für kurze Wege bieten sich auch das Fahrrad oder zu Fuß gehen an, im Supermarkt sollte regionalen Produkten der Vorzug gegeben werden. Solche und andere Kleinigkeiten können große positive Auswirkungen auf den Umweltschutz haben.“

Für den jetzt über das Ibiza-Video gestolperten Strache war es, wie er im Dezember 2018 in einem „Standard“-Interview erläuterte, „eine offene Frage, inwieweit der Mensch das Klima beeinflussen kann“. Er verwies damals auf die Sahara, die von der Kornkammer Roms zur Wüste wurde - was mit „vielen Faktoren zu tun“ gehabt habe, „aber sicher nicht mit Fabriken oder sonstigen Entwicklungen, die es damals gar nicht gab“.




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