Letztes Update am Mi, 05.06.2019 21:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Gewalt gegen Demonstranten im Sudan nun rund 100 Tote



Nach dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte im Sudan gegen Demonstranten ist die Zahl der Todesopfer inzwischen auf rund 100 gestiegen. Das teilte eine Ärzteorganisation am Mittwoch mit. Zuvor war die Rede von 60 Toten gewesen. Inzwischen seien etwa 40 weitere Leichen im Nil entdeckt worden. Zudem seien mehr als 300 Menschen verletzt worden.

Die genaue Zahl sei schwer festzustellen, da die Kommunikation mit Verletzten und Kliniken unter anderem durch das Abschalten des Internets in vielen Landesteilen sehr schwer sei.

Sicherheitskräfte waren am Montag mit Gewalt gegen eine wochenlange Sitzblockade in Khartum vorgegangen, die maßgeblich zum Sturz des Präsidenten Omar al-Bashir beigetragen hatte. Dieser wurde im April nach drei Jahrzehnten an der Macht vom Militär abgesetzt. Die Streitkräfte rangen seit dem Putsch mit der Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung, die Verhandlungen brachen aber jüngst zusammen. Nach der Gewalt vom Montag erklärte der militärische Übergangsrat die Gespräche zunächst für beendet, lenkte aber nach internationalem Druck doch ein. Sudanesische Oppositionsgruppen lehnen aber nun Gespräche mit dem militärischen Übergangsrat ab.




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