Letztes Update am Do, 06.06.2019 12:00

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


May und Macron legten Grundstein für D-Day-Gedenkstätte



Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May haben genau 75 Jahre nach der Landung der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg den Grundstein für eine britische Gedenkstätte in der Normandie gelegt.

An den Stränden seien damals im Morgengrauen junge Männer gelandet, von denen zuvor viele noch nie einen Fuß auf französischen Boden gesetzt hätten, erinnerte Macron am Donnerstag an die Militäroperation.

Die Gedenkstätte in Ver-sur-Mer werde die Tausenden Soldaten aus Großbritannien ehren, die ihr Leben in der Normandie verloren haben. „Wir verdanken unsere Freiheit den Veteranen“, fügte Macron auf Englisch hinzu.

Es sei unglaublich bewegend, an diesem Ort zu sein, sagte die scheidende Premierministerin May. „Hier in der Normandie erinnern wir uns für immer an ihren Mut, ihr Engagement und ihre Entschlossenheit“, sagte May über die Soldaten. Es sei unmöglich zu begreifen, welchen Mut diese damals aufgebracht haben.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Macron und May legten nach einer Schweigeminute gemeinsam einen Kranz an einem Gedenkstein nieder. Die französische und die englische Hymne erklangen, Dudelsäcke spielten.

Die internationalen Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten hatten am Mittwoch im südenglischen Portsmouth begonnen und werden am Donnerstag in Nordfrankreich fortgesetzt. Zu der zentralen Gedenkfeier oberhalb von Omaha Beach in der Normandie sind fast 12.000 internationale Gäste eingeladen, darunter auch US-Präsident Donald Trump.

Trump und First Lady Melania landeten am Donnerstag auf dem Flughafen der französischen Stadt Caen. Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, bei den Feierlichkeiten in der Normandie solle an einige der mutigsten Menschen erinnert werden, die je gelebt hätten. „Wir sind unendlich dankbar!“

Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla haben unterdessen bei einem Gottesdienst in der Normandie der Landung der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg gedacht. Prinz Charles und Camilla kamen am Donnerstag gemeinsam in die Kathedrale von Bayeux. Das Bauwerk ist eines der bedeutendsten Gotteshäuser in der Normandie.

Auch die scheidende britische Premierministerin Theresa May und der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, kamen zu dem Gottesdienst. May hatte zuvor mit dem französischen Präsidenten Macron in Ver-sur-Mer eine Gedenkzeremonie abgehalten. Macron traf sich im Anschluss daran mit zwei französischen Veteranen.

Trump, Macron, May, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs hatten bereits am Mittwoch an einer D-Day-Zeremonie in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth teilgenommen. Von dort aus waren damals Zehntausende Soldaten in Richtung Frankreich aufgebrochen.

Am 6. Juni 1944 waren alliierte Truppen im Zweiten Weltkrieg in Frankreich gelandet, das von Deutschland besetzt war. Die größte Landungsoperation der Militärgeschichte hatte entscheidende Bedeutung für den weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges. Sie markierte den Auftakt der Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Deutschland vom Westen her.




Kommentieren