Letztes Update am Do, 06.06.2019 13:08

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Macron beschwört bei D-Day-Feier Verbundenheit mit USA



Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat beim Gedenken an die Landung der Alliierten in der Normandie vor 75 Jahren die Verbundenheit seines Landes mit den USA beschworen. „Es lebe die Freundschaft zwischen unseren Nationen“, rief der 41-Jährige am Donnerstag auf dem US-Militärfriedhof Colleville-sur-Mer bei Bayeux.

An der Zeremonie mit rund 12.000 Besuchern nahm auch sein US-Amtskollege Donald Trump teil. Macron erinnerte in einer emotionalen Rede an die Opfer Zehntausender Soldaten, die am 6. Juni 1944 in der Normandie an Land gegangenen waren. Die gebe eine Erbschaft die Friedens, die bewahrt werden müsse. Er erinnerte an die „Allianz der freien Völker“, die nach dem Zweiten Weltkrieg die Vereinten Nationen (UNO) und die NATO gegründet hätten.

Die Soldaten der Alliierten waren vor genau 75 Jahren (am „D-Day“) an der Küste des besetzten Frankreich gelandet, um Nazi-Deutschland vom Westen aus zu bekämpfen. Der Friedhof mit 9.380 Soldatengräbern liegt in unmittelbarer Nähe des US-Landebereiches Omaha Beach. Macron zeichnete fünf US-Veteranen mit dem Orden der Ehrenlegion aus.

Zuvor hatten Macron und die britische Premierministerin Theresa May den Grundstein für eine britische Gedenkstätte in der Normandie gelegt. Die Gedenkstätte in Ver-sur-Mer werde die Tausenden Soldaten aus Großbritannien ehren, die ihr Leben in der Normandie verloren haben. An den Stränden seien damals im Morgengrauen junge Männer gelandet, von denen zuvor viele noch nie einen Fuß auf französischen Boden gesetzt hätten, erinnerte Macron am Donnerstag an die Militäroperation. „Wir verdanken unsere Freiheit den Veteranen“, fügte Macron auf Englisch hinzu.

Es sei unglaublich bewegend, an diesem Ort zu sein, sagte die scheidende Premierministerin May. „Hier in der Normandie erinnern wir uns für immer an ihren Mut, ihr Engagement und ihre Entschlossenheit“, sagte May über die Soldaten. Es sei unmöglich zu begreifen, welchen Mut diese damals aufgebracht haben.

Macron und May legten nach einer Schweigeminute gemeinsam einen Kranz an einem Gedenkstein nieder. Die französische und die englische Hymne erklangen, Dudelsäcke spielten.

Die internationalen Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten hatten am Mittwoch im südenglischen Portsmouth begonnen und werden am Donnerstag in Nordfrankreich fortgesetzt. Zu der zentralen Gedenkfeier oberhalb von Omaha Beach in der Normandie sind fast 12.000 internationale Gäste eingeladen.

Trump und First Lady Melania landeten am Donnerstag auf dem Flughafen der französischen Stadt Caen. Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, bei den Feierlichkeiten in der Normandie solle an einige der mutigsten Menschen erinnert werden, die je gelebt hätten. „Wir sind unendlich dankbar!“

Der britische Thronfolger Prinz Charles und seine Ehefrau Camilla haben unterdessen bei einem Gottesdienst in der Normandie der Landung der alliierten Truppen im Zweiten Weltkrieg gedacht. Prinz Charles und Camilla kamen am Donnerstag gemeinsam in die Kathedrale von Bayeux. Das Bauwerk ist eines der bedeutendsten Gotteshäuser in der Normandie.

Auch die scheidende britische Premierministerin Theresa May und der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, kamen zu dem Gottesdienst. May hatte zuvor mit dem französischen Präsidenten Macron in Ver-sur-Mer eine Gedenkzeremonie abgehalten. Macron traf sich im Anschluss daran mit zwei französischen Veteranen.

Trump, Macron, May, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Staats- und Regierungschefs hatten bereits am Mittwoch an einer D-Day-Zeremonie in der südenglischen Hafenstadt Portsmouth teilgenommen. Von dort aus waren damals Zehntausende Soldaten in Richtung Frankreich aufgebrochen.




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