Letztes Update am Do, 06.06.2019 14:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sechs Jahre Haft für Vater nach Tod eines Babys in NÖ



Ein 20-Jähriger ist am Donnerstag wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der junge Mann soll seinen knapp vier Monate alten Sohn Ende Oktober 2018 in Neunkirchen geschüttelt haben, der Säugling starb rund zwei Wochen später im Spital an den Folgen. Staatsanwaltschaft und Verteidigung gaben keine Erklärung ab, damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Sämtliche vom Angeklagten geschilderten Varianten konnten vom Schöffensenat ausgeschlossen werden, sagte der Richter. Es bleibe das Schütteln als Ursache für die Blessuren, die zum Tod des Babys geführt haben. Der Beschuldigte wisse, dass Schütteln Verletzungen verursacht, und habe es trotzdem getan.

Erschwerend waren bei der Strafbemessung die einschlägigen Vorstrafen, der rasche Rückfall, die Begehung während offener Probezeiten und die Tat zum Nachteil eines wehr- und hilflosen, schutzbedürftigen Minderjährigen. Mildernd wirkte sich der Tod einer nahestehenden Person aus. Zudem muss der Angeklagte der Kindsmutter 2.000 Euro zahlen, mit dem Rest der Ansprüche wurde die Privatbeteiligte auf den Zivilrechtsweg verwiesen. Vom Widerruf der offenen Probezeiten wurde abgesehen.

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