Letztes Update am So, 09.06.2019 11:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


53 Migranten trafen mit Segelboot in Kalabrien ein



Während die italienische Regierung auf ihre Politik der „geschlossenen Häfen“ setzt, suchen Schlepper nach alternativen Routen, um Flüchtlinge mit Booten nach Italien zu bringen. 53 Migranten trafen am Sonntag an Bord eines Segelbootes in Isola di Capo Rizzuto im süditalienischen Kalabrien ein. An Bord befanden sich pakistanische Migranten, darunter zehn Kinder.

Das Boot, das von der Türkei abgefahren war, wurde von der italienischen Küstenwache lokalisiert und zur Küste eskortiert. Zwei ukrainische Crewmitglieder wurden wegen Schlepperei festgenommen. Die Migranten wurden in ein Flüchtlingszentrum eingeliefert.

Bereits am Samstag waren rund 60 Migranten mit einem Segelboot in Kalabrien angekommen. Das Schiff, auf dem sich auch sechs Frauen und 13 Minderjährige befanden, wurde von der italienischen Küstenwache unweit von Vibo Valentia lokalisiert, berichteten italienische Medien.

Auch in diesem Fall wurden zwei mutmaßliche ukrainische Schlepper festgenommen. Die auf dem Boot eingepferchten Migranten stammten aus dem Iran, dem Irak und aus Syrien. Das Boot soll von der türkischen Stadt Izmir abgefahren sein.

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Wegen der Ankunft kleinerer Migrantenboote in Süditalien gerät Innenminister Matteo Salvini ins Kreuzfeuer der Kritik. Die oppositionelle Demokratische Partei (PD) behauptete, seine Einwanderungspolitik der „geschlossenen Häfen“ funktioniere de facto nicht, weil es weiterhin immer wieder zu Migrantenankünften in Süditalien komme.

Prompt kam die Reaktion Salvinis. Seit Anfang 2019 seien 737 Migranten direkt auf der italienischen Küste gelanden, 2018 waren es 3.668 und 2018 5.371 gewesen. „Die Politik der geschlossen Häfen hat auf beträchtliche Weise die Migrantenankünfte reduziert“, so Salvini.




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