Letztes Update am Mo, 10.06.2019 15:02

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lohnsteuereinnahmen des Bundes stiegen weiter kräftig



Auch wenn die internationale Konjunktur nachgelassen hat und die Wachstumsprognose zuletzt von 2,0 auf 1,5 Prozent herabgesetzt wurde, sind die Einnahmen des Staates insbesondere aus der Lohnsteuer - aber auch aus Umsatz- und Körperschaftssteuer - in den ersten vier Monaten noch kräftig gestiegen. Einen starken Rückgang gab es hingegen bei Mineralöl- und Kapitalertragssteuer.

Die Lohnsteuereinnahmen wuchsen - auch nach dem Rekordjahr 2018 - weiter, und zwar um 5,3 Prozent, hat der wirtschaftsliberale Think-Tank Agenda Austria berechnet. Insgesamt sind die Bundesabgaben zwischen Jänner und April 2019 um 1,9 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro gestiegen. Dies obwohl der Finanzminister (damals noch Hartwig Löger, ÖVP) um 17,5 Prozent weniger an Kapitalertragssteuer und um 10,4 Prozent weniger an Mineralölsteuer kassieren konnte. Die Körperschaftssteuereinnahmen wuchsen um 4,1 Prozent, jene aus der Umsatzsteuer um 1,2 Prozent.

Agenda Austria-Ökonom Lukas Sustala mahnt angesichts dieser Entwicklungen die nächste Regierung, dass „eine Entlastung höchste Priorität haben“ müsse. Denn das Lohnsteueraufkommen wachse trotz der Entlastung der Haushalte durch den Familienbonus immer noch weiter.

„Runter mit den Steuern auf Arbeit“ fordert SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer angesichts steigenden Lohnsteuereinnahmen des Staates. Fast 500 Mio. Euro hätten die Arbeiter und Angestellten in den ersten vier Monaten heuer mehr einbezahlt als im Jahr zuvor. Und in Summe kämen rund 80 Prozent aller Einnahmen von Menschen, die arbeiten.

Bis Jahresende seien 28 Mrd. Euro in der Staatskassa zu erwarten: „Geld von Menschen, die täglich hackeln“. Krainer kritisierte in einer Aussendung, dass die geplatzte türkis-blaue Regierung „Politik für Konzerne und Großspender aus Industrie und Immobilienwirtschaft“ gemacht habe. Dabei habe die EU-Kommission Österreich empfohlen, Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zu senken sowie von Kapital und Vermögen einen gerechteren Beitrag einzufordern.




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