Letztes Update am Mo, 10.06.2019 18:01

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Iran erhöht laut IAEA Produktion von angereichertem Uran



Der Iran hat seit der Ankündigung eines Teilausstiegs aus dem Atomabkommen die Produktion von angereichertem Uran wie angekündigt erhöht. „Das Tempo der Produktion steigt“, bestätigte der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, am Montag am Rande der regulären IAEA-Gouverneurstagung in Wien.

Eine Verletzung des Wiener Abkommens von 2015 leitete er daraus aber nicht ab. Wann die Menge angereicherten Urans die Höchstgrenzen des Vertrags überschreite, sei schwer zu sagen, weil die Produktion nicht immer gleich hoch sei.

Der Iran hatte am 20. Mai mitgeteilt, die Uranproduktion in der Atomanlage Natanz im Zentraliran sei um das Vierfache erhöht worden. Laut dem jüngsten IAEA-Bericht über die iranischen Aktivitäten hatte Teheran sich bis dahin an alle Vorgaben gehalten. Dies galt für die Grenzwerte für den Reinheitsgrad ebenso wie für die gelagerten Mengen angereicherten Urans und für Schwerwasser. Der Bericht bezog sich auf den Zeitraum bis zum 20. Mai.

Unterdessen legte der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einem Besuch im Iran im Namen der Europäer ein Bekenntnis zum Iran-Atomabkommen ab und rief alle Seiten zum Dialog als Mittel gegen eine militärische Eskalation auf. „Die Lage in der Region, in der wir uns hier befinden, ist hochbrisant und sie ist außerordentlich ernst“, sagte Maas am Montag in Teheran, wo er seine iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif und Staatspräsident Hassan Rouhani zu Gesprächen traf. Eine militärische Konfrontation könne in niemandes Interesse sein und müsse unter allen Umständen vermieden werden.

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Zarif erklärte, die Spannungen ließen sich nur verringern, wenn der Wirtschaftskrieg der USA gegen sein Land gestoppt werde. „Die, die solche Kriege anzetteln, können nicht erwarten, sicher zu bleiben“, warnte er. Deutschland, Großbritannien und Frankreich stünden zum Atomabkommen und wollten ihre Verpflichtungen daraus erfüllen, betonte Maas. „Dabei werden wir keine Wunder bewirken, doch wir bemühen uns nach Kräften, alles zu tun, um ein Scheitern abzuwenden.“

Das Abkommen von 2015 soll den Bau einer iranischen Atombombe verhindern. Es sah im Gegenzug für die Einschränkung und Überwachung der iranischen Nuklearaktivitäten eine Rücknahme von Sanktionen vor. Die USA waren im vergangenen Jahr aus dem Abkommen ausgestiegen. Teheran hat das Abkommen nun ebenfalls infrage gestellt.




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