Letztes Update am Do, 13.06.2019 09:31

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lage in Hongkong nach jüngsten Protesten zunächst ruhig



Nach den jüngsten Massenprotesten in Hongkong gegen das umstrittene Auslieferungsgesetz ist es am Donnerstag in der Metropole zunächst ruhig geblieben. Lediglich eine Handvoll Demonstranten hielten sich im Regierungsbezirk auf. Am Mittwoch war es erneut zu Ausschreitungen gekommen. Zehntausende waren Protestaufrufen gefolgt und hatten das Parlament umstellt.

Sie errichteten Barrikaden und weigerten sich, das Gebiet zu räumen. Polizisten hatten mit Gummigeschoßen und Tränengas versucht, die Demonstranten vertreiben. 72 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Unterdessen ruft die Europäische Union zur Zurückhaltung auf beiden Seiten auf. „Gewalt und eskalierende Antworten müssen vermieden werden“, hieß es in einer Stellungnahme eines EU-Sprechers, die von der EU-Delegation in Peking verbreitet wurde. Die EU teilt nach seinen Angaben „viele der Bedenken der Hongkonger“ gegenüber dem neuen Gesetz und habe diese auch Hongkongs Regierung übermittelt.

„Es ist eine heikle Sache, die potenziell weitreichende Konsequenzen für Hongkong und sein Volk, für die EU und seine Bürger wie auch für die Zuversicht von Geschäftsleuten in Hongkong hat“, so der Sprecher. Eingehende öffentliche Konsultationen, die alle einschließen, könnten helfen, einen Weg nach vorne zu finden, sagte der Sprecher. Die Regierung solle einen solchen Dialog mit ihren Bürgern aufnehmen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Die Gesetzesänderung sieht vor, dass Beschuldigte aus Hongkong sowie aus dem Ausland stammende Bewohner oder Reisende auch an China ausgeliefert werden können. Menschenrechtler warnen vor der Umsetzung. Sie werfen China mutmaßliche Folter, willkürliche Inhaftierungen, Zwangsgeständnissen sowie einen fehlenden Zugang zu Anwälten vor. Auch im Ausland waren die geplanten Änderungen auf Kritik gestoßen. Am Sonntag hatte es die größten Demonstrationen seit der Rückgabe der früheren britischen Kronkolonie an China vor mehr als 20 Jahren gegeben. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam will die Änderungen dennoch vorantreiben.




Kommentieren