Letztes Update am Do, 13.06.2019 11:28

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Millionenbetrüger in der Wiener Innenstadt festgenommen



Die Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BK) haben am vergangenen Samstag in Wien einen mutmaßlichen Millionenbetrüger aus den USA festgenommen. Einen diesbezüglichen Bericht der „Kronen Zeitung“ (Donnerstagsausgabe) bestätigte das BK. Der 71-jährige Arzt aus Kalifornien soll die Versicherungsanstalten des US-Gesundheitswesens um 7,3 Millionen Dollar (6,45 Mio. Euro) betrogen haben.

Gegen den Mediziner bestand ein internationaler Haftbefehl. Der Verbindungsbeamte des FBI in der Wiener US-Botschaft und die Zielfahnder des Bundeskriminalamtes standen im Vorfeld der Verhaftung in engem Kontakt. Der Festgenommene wird verdächtigt, im Zeitraum von Mai 2018 bis Februar 2019 das Wachstumshormonmedikament Serostim HIV-Patienten verschrieben zu haben. Diese sollen es auf Kosten der Versicherung erworben und dem Arzt zurückverkauft haben, der es dann um ein Vielfaches an private Abnehmer veräußert haben soll.

Das Medikament wird an sich zur Behandlung von HIV- und AIDS-Patienten eingesetzt, um den krankheitsbedingten Gewichtsverlust zu behandeln. Die Kosten einer solchen Behandlung werden von den US-Krankenversicherungen wie beispielsweise „Health Net“, „Gena“, „Medicare“ und „Medicare Plan“ getragen, so das Bundeskriminalamt. Für das teure Medikament besteht jedoch auch eine Nachfrage bei Nicht-HIV-Patienten, da es die Eigenschaft hat, schlankes Muskelgewebe zu erzeugen und so als Anti-Aging-Produkt verwendet wird.

Abgesehen davon wird dem 71-Jährigen vorgeworfen, den Krankenkassen Injektionen verrechnet zu haben, die er weder verabreicht und deren Medikamentendosis er meist auch nicht an die Patienten weitergegeben hatte. Als Mittäter werden HIV-Patienten beschuldigt, für deren Versicherungsbeiträge, Selbstbehalte und etwaige Behandlungen er finanziell aufkam und die er für ihre Mithilfe und ihr Stillschweigen bezahlte.

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Laut Bundeskriminalamt war der Arzt in Wien, um den Life Ball zu besuchen. Daraus wurde aber nichts.




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