Letztes Update am Do, 13.06.2019 11:49

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tanker nach mutmaßlichem Angriff im Golf von Oman in Brand



Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman sind die Schiffe in Brand geraten. Die Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement teilte am Donnerstag in Singapur mit, ihr Tanker „Kokuka Courageous“ sei bei einem mutmaßlichen Angriff beschädigt worden. Bei dem anderen Tanker soll es sich um den norwegischen Öltanker „Front Altair“ handeln.

Das Schiff „Kokuka Courageous“ sei evakuiert worden, eines der Besatzungsmitglieder sei leicht verletzt worden, erklärte ein Sprecher. Nach Angaben der Reederei bestand keine Gefahr, dass das Schiff sinkt. Die Ladung sei „intakt“. Der Schaden sei auf der Steuerbordseite im hinteren Teil des Frachters, sagte der Sprecher. Die 21 Seeleute seien alle mit einem Rettungsboot auf ein anderes Schiff gebracht worden, die „Coastal Ace“. Der leicht verletzte Seemann habe dort Erste Hilfe bekommen. Bei den Seeleuten handle es sich ausnahmslos um Filipinos. Deutsche seien keine an Bord gewesen, sagte der Sprecher.

Bei dem anderen Tanker soll es sich Schifffahrtskreisen zufolge um den Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Gesellschaft Frontline handeln. Die norwegische Seefahrtsbehörde bestätigte den Angriff. Das unter der Flagge der Marshallinseln fahrende Schiff sei am frühen Morgen zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Iran attackiert worden, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Er sei vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emiraten von einem Torpedo getroffen worden, berichtete die Schifffahrtszeitung „Tradewinds“ unter Berufung auf Branchenkreise. Laut einem anderen Insider könnte das Schiff auch von einer Seemine getroffen worden sein.

Es sei von drei Explosionen an Bord berichtet worden, das Schiff brenne. Die Crewmitglieder seien nicht zu Schaden gekommen. Die Hintergründe seien unklar, man rate norwegischen Schiffen aber, bis auf Weiteres Abstand zu iranischen Fahrwassern zu halten.

Auch die omanische Küstenwache erklärte der norwegischen Zeitung „Dagbladet“, es habe einen Angriff gegeben. Es sei zu einer Explosion an Bord des norwegischen Schiffes gekommen, sagte ein Küstenwachesprecher der Zeitung. Demnach geschah der Vorfall in iranischen Gewässern. Deshalb stehe man in Kontakt mit den iranischen Behörden, wurde der Sprecher vom „Dagbladet“ zitiert.

Die iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, ein iranisches Schiff habe 44 Seeleute der beiden beschädigten Öltanker aufgenommen. Sie seien in einen Hafen des Irans gebracht worden.

Der Zwischenfall ereignete sich diesen Angaben zufolge in etwa 70 Seemeilen Entfernung vom arabischen Emirat Fujairah und etwa 14 Seemeilen entfernt von der iranischen Küste.

Die US-Marine in der Region erklärte zuvor, sie habe zwei getrennte Notrufe erhalten und sei mit eigenen Schiffen zu einem Hilfseinsatz vor Ort. Erst Mitte Mai waren vier Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate attackiert worden. Saudi-Arabien machte den Iran und von ihm unterstützte Kräfte dafür verantwortlich. Der Iran wies die Vorwürfe zurück. Auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt massiv verschärft. Der Golf von Oman ist über die Straße von Hormus mit dem Persischen Golf verbunden.




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