Letztes Update am Do, 13.06.2019 12:14

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brasilien strebt bei Heim-Copa Ende der titellosen Zeit an



Gastgeber Brasilien startet auch ohne den verletzten Superstar Neymar als Favorit in die Copa America. Die „Selecao“ bestreitet in der Nacht auf Samstag (2.30 Uhr MEZ) in Sao Paulo das Eröffnungsspiel des südamerikanischen Kontinentalturniers gegen Bolivien. Wie die Argentinier um ihren im Nationaltrikot auf einen Titel wartenden Topstar Lionel Messi haben auch die Brasilianer etwas gutzumachen.

In Brasilien wird nach dem Viertelfinal-Aus bei der letztjährigen WM in Russland nicht weniger als der Titelgewinn vor heimischer Kulisse erwartet. Das Trauma der Heim-WM 2014 mit der 1:7-Schmach im Halbfinale gegen den späteren Champion Deutschland wirkt immer noch nach. Auch ohne Neymar sind die Hausherren für die jüngste Ausgabe der seit 1916 ausgespielten Copa gut aufgestellt. Im letzten Test gab es ein 7:0 gegen Honduras.

„Wir spielen zuhause, die Erwartungen sind hoch, dass wir den Titel holen. Aber werden wir gewinnen? Ich weiß es nicht. Wir können nur unser Bestes geben“, sagte Nationalcoach Tite. Der 58-Jährige soll mit der Auswahl die erste Trophäe seit zwölf Jahren einfahren. 2007 holte Brasilien zum achten und bisher letzten Mal die Copa. Brasiliens Verbandschef baute für den Notfall bereits vor und betonte, der Job von Tite sei gesichert, egal was passiert.

Das Fehlen des am Knöchel verletzten Neymar wird für andere die Chance sein, aus dem Schatten des extrovertierten Teamleaders zu treten. Von der WM 2018 sind nur noch 14 Akteure dabei. In der Offensive sind Evertons Richarlison und David Neres von Ajax Amsterdam dabei. Brasilien hat auch den Vorteil einer leichten Gruppe mit Bolivien, Peru und Venezuela.

Hauptkontrahenten dürften die südlichen Nachbarn Argentinien (14 Copa-Siege) und Uruguay (15) sein. Titelverteidiger ist Chile, das die Trophäe nach 2015 auch in der 100-Jahr-Jubiläumsausgabe der Copa 2016 in den USA gewonnen hat. Zwar sei es eine große Motivation, das Triple holen zu können, sagte Teamchef Reinaldo Rueda. Als Favoriten sehe er seine Mannschaft aber nicht.

Wie immer seit 1993 werden in Brasilien auch Gastteams teilnehmen. Diesmal erhielten Japan und Katar eine Einladung. Die beiden Mannschaften qualifizierten sich im vergangenen Winter für das Finale der Asien-Meisterschaft. Dass sie nun bei der Copa dabei sind, stand allerdings schon länger fest. Die Japaner bauen ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio auf ein junges Team, Salzburgs Takumi Minamino ist nicht dabei.

Für Katar, das in der Gruppe auf Argentinien, Kolumbien und Paraguay trifft, ist es eine wichtige Station auf dem Weg zur Heim-WM 2022. Der Asien-Champion um den spanischen Trainer Felix Sanchez erzielte zuletzt durchaus beachtliche Ergebnisse. Ein Testspiel gegen Brasilien ging Anfang Juni mit 0:2 verloren. „Gegen so starke Teams zu spielen, ist für uns eine historische Chance“, sagte der einst beim LASK (2015/16) ausgebildete Stürmerstar Almoez Ali. Katar will mehr sein als ein Punktelieferant.




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