Letztes Update am Do, 13.06.2019 17:05

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Inn-Hochwassersituation zunehmend entspannt



Die Hochwassersituation in Tirol hat sich im Laufe des Donnerstagsvormittags zunehmend entspannt. Am Inn sei nun größtenteils eine rückläufige Wasserführung zu verzeichnen, teilte das Land in einer Aussendung mit. Nach einem Höchststand des Inn in Innsbruck von 6,32 Meter kurz nach Mitternacht war der Pegelstand am späten Vormittag wieder unter die Sechs-Meter-Marke gesunken.

In Kombination mit der für Donnerstag und Freitag prognostizierten stabilen Wetterlage sei davon auszugehen, dass die Pegel weiter sinken werden, hieß es. „Die aktuelle Situation stimmt uns vorsichtig optimistisch. Unsere Expertinnen und Experten werden die Lage aber weiterhin rund um die Uhr beurteilen und beobachten“, erklärte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP).

„Es ist damit zu rechnen, dass die Pegel entlang des Inn langsam zurückgehen. Die Wasserführung liegt allerdings insgesamt auf einem hohen Niveau - auch aufgrund der weiter anhaltenden Schneeschmelze. Die Lage kann grundsätzlich als stabil bezeichnet werden“, betonte Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft. Auch die Zubringerflüsse wie die Ötztaler oder die Pitztaler Ache sowie die Sanna weisen rückläufige Wasserführungen auf. Im Tiroler Unterland könnten die Pegel jedoch nochmals moderat ansteigen, allerdings werden die am Donnerstag erreichten Höchstwerte entlang des Inn, beispielsweise in Brixlegg oder Kirchbichl, voraussichtlich nicht mehr überschritten, prognostizierte Klaus Niedertscheider vom Sachgebiet Hydrographie und Hydrologie des Landes.

In der Nacht auf Donnerstag verzeichnete die Leitstelle Tirol rund 60 Feuerwehreinsätze, vor allem im Tiroler Unterland. Über 40 Feuerwehren waren auch am Vormittag noch im ganzen Land im Einsatz. Aufgrund des hohen Grundwasserspiegels mussten allen voran im Unterland unter Wasser stehende Kellerräume ausgepumpt werden.

Der mobile Hochwasserschutz in der Innsbrucker Altstadt soll vorsichtshalber noch bis mindestens Ende der Woche stehen bleiben. „Es bleibt nun abzuwarten, wie viel Niederschlag am Wochenende noch auf uns zu kommt“, meinte Elmar Rizzoli, Leiter des städtischen Amts für Allgemeine Sicherheit. Auch die bestehenden Brückensperren für Fußgänger und Radfahrer blieben vorerst aufrecht.

Bei einem Radfahrer, der Mittwochnachmittag bei Sautens (Bezirk Imst) in die hochwasserführende Ötztaler Ache gestürzt und sofort abgetrieben worden war, handelt es sich offenbar um einen 82-jährigen Einheimischen. Familienangehörige hatten Donnerstagmittag eine Vermisstenanzeige aufgegeben, sagte ein Sprecher der Polizei der APA. Die Suche nach dem Mann wurde indes eingestellt.

Die Familie identifizierte das Fahrrad des Vermissten. Die Suchaktion, an der Wasserrettung, Feuerwehr, Polizei, Rettungs- sowie Polizeihubschrauber beteiligt waren, verlief vergeblich. Entlang der Strecke seien Polizeikräfte postiert worden - unter normalen Umständen hätte die Leiche des Mannes vorbeitreiben müssen, so die Polizei. Auch sei die Suche mit der Wasserrettung aufgrund des Hochwassers derzeit zu gefährlich.

Indes wurden auch weitere Suchaktionen nach zwei vermeintlich Vermissten eingestellt. Donnerstagfrüh war bei Schwaz angeblich eine leblos im Inn treibende Person gesehen worden. Die Suche wurde am späten Vormittag in den Bezirk Kufstein verlagert. Bis zuletzt blieb aber unklar, ob es sich tatsächlich um einen Menschen handelte. Es hätten sich jedenfalls „keine Anhaltspunkte“ dahin gehend ergeben, sagte der Polizeisprecher.

Auch im Pitztal war ein Ertrinkungsunfall gemeldet worden. Die Einsatzkräfte starteten daraufhin sofort eine Suchaktion, die aber ebenso ergebnislos verlief. Auch in diesem Fall blieb unklar, ob es sich nicht doch um einen Fehlalarm handelte.




Kommentieren