Letztes Update am Fr, 14.06.2019 08:54

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polizeieinsatz bei Wiener Derby vor Gericht am Prüfstand



1.338 Rapid-Anhänger haben am 16. Dezember 2017 trotz gültiger Eintrittskarten das Wiener Derby im Stadion der Austria nicht sehen können, weil sie in Stadionnähe in Favoriten von der Wiener Polizei sieben Stunden lang bei Eiseskälte festgehalten wurden. Ab Freitag soll nun am Verwaltungsgericht in Wien-Döbling geklärt werden, ob der Einsatz verhältnismäßig war.

Das Verfahren wurde unter anderem von der „Rechtshilfe Rapid“ angestrengt, die sich als „Solidargemeinschaft von Fans für Fans des SK Rapid“ versteht. Die Polizei argumentierte, dass einige als „Risikofans“ bekannte Männer unter den Teilnehmern des Marsches pyrotechnische Gegenstände, Getränkedosen und Schneebälle von der Laaer Berg-Brücke auf die Fahrbahn der Südosttangente (A23) geworfen und so für eine etwa zehnminütige Sperre der meistbefahrenen Strecke Österreichs gesorgt hätten.

Die „Rechtshilfe“ sieht darin aber keinen Grund, 1.338 Menschen sieben Stunden bei eisigen Temperaturen festzuhalten. Noch dazu ist auf den veröffentlichten Polizeivideos nichts von den behaupteten Pyro-Gegenständen und Dosen zu sehen. Die Verhandlung ist auf drei Tage anberaumt.

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