Letztes Update am Fr, 14.06.2019 09:39

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schuss auf Ehefrau: Polizist wegen Mordversuchs vor Gericht



Ein 54-Jähriger ist am Freitag unter anderem wegen versuchten Mordes und Körperverletzung vor dem Landesgericht Korneuburg gestanden. Dem nunmehr vom Dienst suspendierten Polizisten wurde vorgeworfen, im Bezirk Gänserndorf mit einer Pistole auf seine Frau geschossen zu haben. Der Beschuldigte bestritt den Mordvorsatz, die Staatsanwaltschaft beantragte zusätzlich die Einweisung in eine Anstalt.

Nach Angaben der Staatsanwältin war der Polizist zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. Aufgrund einer kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ungünstiger Prognose würden aber die Voraussetzungen für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher nach Paragraf 21 Absatz 2 Strafgesetzbuch vorliegen.

Der Anklage zufolge zog der 54-Jährige in der Nacht auf den 21. Dezember 2018 am Beifahrersitz seines Pkw eine Faustfeuerwaffe der Marke Smith & Wesson, Kaliber .357 Magnum, und richtete diese auf seine Partnerin, die sich - am Heimweg von einem Lokal - am Steuer des Wagens befand. Die Pistole soll der Beschuldigte davor in einem Plastiksack im Fußraum des Autos aufbewahrt haben.

Während er sagte „Schau, was ich da habe“, soll der Mann einen Schuss abgefeuert haben. Dieser verfehlte seine Ehefrau laut Anklage nur, weil diese instinktiv ihren Kopf und ihren Körper zurückbewegte und in den Fahrersitz presste.

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Die Partnerin des Beschuldigten erlitt ein Knalltrauma mit Tinnitus im rechten Ohr. Der 54-Jährige stieg sofort nach der Schussabgabe aus dem Auto, mit dem das Opfer anschließend wegfuhr. Die Frau hatte laut Anklage zum Tatzeitpunkt rund 1,7 Promille Alkohol im Blut, der Verdächtige kam auf zwei Promille.

Der Schussabgabe im Pkw war eine jahrelange Vorgeschichte vorausgegangen. Der Polizist soll seine Frau regelmäßig mit dem Umbringen bedroht haben. Um dies zu bekräftigen, soll er dabei wiederholt seine Dienstwaffe demonstrativ auf den Tisch gelegt haben. Insgesamt 20 Mal soll der 54-Jährige beim Autofahren mit seiner Partnerin als Insassin das Lenkrad verrissen und vorgegeben haben, gegen einen Baum zu fahren. Auch vor den drei gemeinsamen Kinder soll er Todesdrohungen geäußert haben. Gleich mehrmals soll der Verdächtige etwa einer seiner Töchter geschildert haben, in welcher Reifenfolge er die gesamte Familie umbringen werde. Zudem soll der Beschuldigte immer wieder gewalttätig geworden sein.




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