Letztes Update am Fr, 14.06.2019 13:45

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erste Ukrainer aus dem Donbass erhalten russische Pässe



Russland hat erste Pässe im vereinfachten Verfahren an Ukrainer aus den von Separatisten kontrollierten Teilen der Donbass-Region ausgegeben. Etwa 60 Einwohner aus den Gebieten Luhansk und Donezk hätten ihre Dokumente erhalten, meldeten örtliche Medien am Freitag. Zuvor mussten sie in einer zehnminütigen Prozedur noch Fingerabdrücke abgeben und den Eid auf die Verfassung der Russlands ablegen.

Nach dem Erlass von Russlands Präsident Wladimir Putin vor fast zwei Monaten seien bisher rund 8.000 Anträge auf die russische Staatsbürgerschaft eingegangen. Örtlichen Statistiken zufolge leben etwa 3,7 Millionen Menschen in dem Gebiet.

Die Ukraine hatte gegen die Ausgabe protestiert und damit gedroht, die Pässe nicht anzuerkennen. Die EU diskutiert zusätzliche Sanktionen gegen den Kreml wegen dessen Passvergabe.

Seit April 2014 stehen Teile der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk an der Grenze zu Russland unter Kontrolle von Aufständischen. Bei Kämpfen zwischen Regierungseinheiten und den Rebellen wurden nach UN-Schätzungen rund 13.000 Menschen getötet. Ein Friedensplan für eine Waffenruhe, Entmilitarisierung und Wahlen liegt auf Eis.




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