Letztes Update am So, 16.06.2019 10:29

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arena von Verona gedenkt Zeffirelli am 21. Juni



Die Arena von Verona wird am 21. Juni des am Samstag 96-jährig verstorbenen Opern- und Filmregisseurs Franco Zeffirelli gedenken. Eine Hommage für den „Maestro“ ist vor Beginn der „La Traviata“ geplant, mit der die Saison der Arena eröffnet wird. Zeffirelli hatte für die Arena eine neue Version der „Traviata“ entworfen.

Erwartet wird eine prunkvolle „Traviata“ im typischen Zeffirelli-Stil, die vom stellvertretenden Kunstdirektor der Arena, Stefano Trespidi aufgeführt wird. „Für Zeffirelli war ‚La Traviata‘ die Oper seines Lebens, diejenige, die er am meisten liebte. Er hatte ‚Traviata‘- Aufführungen für das Theater und das Kino inszeniert, keine jedoch für die Arena“, erklärte Arena-Intendantin Cecilia Gasdia im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Sonntagsausgabe).

Zum ersten Mal hatte Zeffirelli 1958 die „Traviata“ mit Maria Callas in der Hauptrolle inszeniert. Seine letzte „Traviata“ wird der israelische Dirigent Daniel Oren in der Arena von Verona im Beisein des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella dirigieren. „Als ich ihm vor einem Jahr vorgeschlagen hatte, eine neue ‚Traviata‘ aufzuführen, sagte er sofort Ja. Ich wusste, dass es wegen seines Gesundheitszustands nicht einfach sein würde, aber in all diesen sechs Monaten Vorbereitung war es, als wäre er im Theater anwesend. Von zu Hause aus war er in ständigem Kontakt mit dem Bühnenbildner Caro Centolavigna, um seine Pläne durchzusetzen“, so Gasdia.

Zeffirellis Kreativität habe nicht nachgelassen, seine „Traviata“ sei voller neuen Ideen. Das Bett der Violetta, das in Verona auf der Bühne verwendet wird, ist dasselbe, das er in der Verfilmung der Oper im Jahr 1983 mit Teresa Stratas und Placido Domingo benutzt hatte.

Laut Gasdia wusste Zeffirelli, dass er nicht mehr lang leben würde. „Wie nie zuvor empfand er den Schmerz, sich von der Vergangenheit trennen zu müssen. Als ich ihn vor einem Monat zum letzten Mal sah, ging es ihm besser, er wollte reden, er war liebenswürdig und ruhig. Als Mann mit starkem Glauben fürchtete er den Tod nicht. „Er wäre aber gern bei diesem letzten Abenteuer mit uns in Verona dabei gewesen“, so Gasdia.




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