Letztes Update am So, 16.06.2019 17:42

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Maurizio Sarri neuer Juventus-Trainer



Der Wechsel von Trainer Maurizio Sarri von Chelsea zu Juventus Turin ist perfekt. Nach wochenlangen Spekulationen verkündeten die Italiener am Sonntag die Einigung aller Parteien. Sarri löste seinen Dienstvertrag bei Chelsea auf und unterschrieb beim italienischen Abo-Meister einen Kontrakt über drei Jahre. Der Ex-Napoli-Coach folgt auf Massimiliano Allegri, der Juve seit 2014 trainiert hatte.

Die Rückkehr des 60-Jährigen in seine Heimat Italien fand laut offiziellen Angaben auf ausdrücklichen Wunsch des Trainers statt. Der eigentlich noch ein Jahr lang laufende Vertrag beim amtierenden Europa-League-Sieger wurde einvernehmlich aufgelöst. „In Gesprächen, die wir nach dem Europa-League-Finale hatten, hat Maurizio klar gemacht, wie sehr er sich gewünscht hat, in sein Heimatland zurückzukehren“, wurde Chelsea-Sportdirektorin Marina Granovskaia in einer Mitteilung zitiert. Sie dürfte ihre Fühler jetzt nach Ex-Spieler Frank Lampard ausstrecken, der derzeit Derby County trainiert. Bis zum Vorbereitungsstart in der ersten Juli-Woche soll der Sarri-Nachfolger feststehen.

Sarri wollte, so Granovskaia, näher bei seiner Familie und insbesondere bei seinen Eltern sein. Er selbst hatte die Spekulationen über seine Rückkehr mit Interviews zuletzt angeheizt. „Für uns Italiener ist der Ruf der Heimat stark. Du fühlst, dass etwas fehlt.“ Der gebürtige Neapolitaner, der lange in der Toskana gelebt hat, war erst im vergangenen Sommer nach London gezogen. Unter seiner Leitung gewann Chelsea die Europa League. Doch insgesamt hatte er eine harte Premieren-Saison erlebt, wie er unlängst selbst zugab.

Neben dem Titel blieb wohl vor allem der „Wechsel-Eklat“ rund um Chelsea-Tormann Kepa Arrizabalaga über die Chelsea-Saison 2018/19 im Gedächtnis hängen. Der Keeper hatte im später verlorenen Ligacup-Finale gegen Manchester City kurz vor dem Elfmeterschießen die von Sarri geplante Auswechslung verweigert. In der Meisterschaft wurde Chelsea hinter Manchester City und Liverpool als Dritter „Best of the Rest“.

In Turin wurde der für seinen dominanten Ballbesitz-Stil bekannte Trainer mit warmherzigen Worten empfangen. Sarri habe als Chelsea-Coach eine „hervorragende Saison“ absolviert, lobte Juve. Die „Gazzetta dello Sport“ sprach von einer „neuen Ära“, die nun für das Team um Superstar Cristiano Ronaldo anbreche. Die Erwartungen sind riesig. In den vergangenen Jahren stellte die Mannschaft auf nationaler Ebene viele Rekorde auf. Der heiß ersehnte Triumph in der Champions League lässt aber seit 1996 auf sich warten.




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